Maria Kolesnikowa erhält Karlspreis 2026 für ihren Kampf um Demokratie in Belarus
Moritz HoffmannSpätverleihung des Karlspreises an belarussische Oppositionsfigur Kolesnikova - Maria Kolesnikowa erhält Karlspreis 2026 für ihren Kampf um Demokratie in Belarus
Maria Kolesnikowa, eine führende belarussische Oppositionsfigur, hat den Internationalen Karlspreis erhalten – die Auszeichnung wurde ihr am 13. Januar 2026 in einer feierlichen Zeremonie überreicht. Gewürdigt wird damit ihr Einsatz für demokratische Rechte und freie Wahlen in Belarus. Kolesnikowa, die wegen ihres Aktivismus inhaftiert war, nahm den Preis nur wenige Wochen nach ihrer Entlassung aus einer Strafkolonie entgegen.
Der Karlspreis, der jährlich in Aachen verliehen wird, ehrt Persönlichkeiten, die sich besonders um die europäische Einigung verdient gemacht haben. Zu den früheren Preisträgern zählen Papst Franziskus, Emmanuel Macron und Bill Clinton. Bei der diesjährigen Verleihung wurde auch Mario Draghi als Laureat 2026 geehrt, doch stand Kolesnikowas Auszeichnung im Mittelpunkt – nicht zuletzt wegen ihres anhaltenden Kampfes für die Demokratie in Belarus.
Ihr Weg begann 2020, als sie eine Schlüsselfigur bei den Massenprotesten gegen den belarussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko war. Für ihren Widerstand wurde sie zu elf Jahren Haft in einer Strafkolonie verurteilt. Trotz internationaler Forderungen nach ihrer Freilassung blieb sie bis Dezember 2025 inhaftiert.
Schon 2022, noch während ihrer Haft, wurde ihr der Karlspreis als Zeichen der Solidarität zuerkannt. Die Entscheidung unterstrich ihren Mut und den breiten Einsatz für die Menschenrechte in Belarus. Nach ihrer Entlassung gewährte ihr Deutschland politisches Asyl und bot ihr so Schutz für ihre weitere Arbeit.
Doch die politische Lage in Belarus hat sich seit ihrer Freilassung weiter verschärft. Lukaschenkos Regime geht mit zunehmender Härte gegen Oppositionelle vor, unabhängige Medien werden als "extremistisch" eingestuft. Am 12. März 2026 leitete der Internationale Strafgerichtshof eine vorläufige Prüfung möglicher Deportationsverbrechen im Zusammenhang mit Belarus und Litauen ein. Gleichzeitig vertieft Belarus seine militärischen Bindungen zu Russland, darunter die Stationierung taktischer Atomwaffen.
Kolesnikowas Anerkennung beschränkt sich nicht auf den Karlspreis. Im März 2026 erhielt sie die Auszeichnung von 2022 offiziell in Aachen – ein weiteres Zeichen der internationalen Unterstützung für ihre Sache. Auch andere Aktivistinnen wie Ina Rumjanzewa wurden für ihr Engagement geehrt: Im Mai 2026 erhielten sie den Preis "Frau Europas" für ihre Menschenrechtsarbeit.
Der Karlspreis für Kolesnikowa unterstreicht ihren anhaltenden Einfluss auf die demokratische Bewegung in Belarus. Weder ihre Freilassung noch ihr Asyl in Deutschland haben Lukaschenkos Regime gemildert – im Gegenteil: Die Unterdrückung von Opposition und kritischen Stimmen geht unvermindert weiter. Doch die internationale Würdigung ihres Einsatzes sowie die anhaltende juristische Aufarbeitung der Menschenrechtsverletzungen in Belarus halten das Thema in der öffentlichen Aufmerksamkeit. Ihre Geschichte bleibt ein Symbol des Widerstands inmitten anhaltender Repression.