Markus Söder vor dem Stockacher Narrengericht: Satire trifft auf Politik

Fasnacht-Einladung: Söder auf die Narrenschafe gebeten - Markus Söder vor dem Stockacher Narrengericht: Satire trifft auf Politik
Markus Söder, Bayerns Ministerpräsident und CSU-Vorsitzender, wird im Februar 2023 vor dem Stockacher Narrengericht stehen. Die historische Veranstaltung, Teil der schwäbisch-alemannischen Fasnet, hat bereits prominente Politiker wie Angela Merkel, Wolfgang Kubicki und Karl Lauterbach auf die Anklagebank gebracht – doch Söder ist erst der zweite amtierende bayerische Regierungschef, der sich dem Spott der Narren stellen muss.
Das Stockacher Narrengericht blickt auf eine fast 675-jährige Tradition in der Bodensee-Region zurück. Bekannt für seine satirischen Prozesse, hat es bereits Persönlichkeiten wie Angela Merkel, Wolfgang Kubicki und Karl Lauterbach vor Gericht zitiert. Diesmal tagt das Gericht am Schmotzigen Dunschtig (Fetter Donnerstag), eine Woche vor dem Rosenmontag, mit live Publikum.
Die Narren werfen Söder vor, ein politischer Wandelkünstler und Meister der Selbstinszenierung zu sein – Eigenschaften, die ihn ihrer Meinung nach zum idealen Angeklagten für den Scheinprozess machen. Die Veranstaltung findet am 12. Februar 2023 von 17 bis 19 Uhr in Stockach statt. Söder folgt damit Franz Josef Strauß, dem einzigen anderen amtierenden bayerischen Ministerpräsidenten, der sich 1979 dem Narrengericht stellen musste. Anders als in früheren Jahren wurde diesmal kein offizieller Vertreter für Söder im Voraus benannt. Unklar bleibt auch, wer genau anwesend sein wird, doch frühere Sitzungen – wie etwa der Auftritt von Julia Klöckner im Februar 2025 – zogen große Aufmerksamkeit auf sich.
Der Prozess unterstreicht Söders Platz in einer langen Tradition politischer Satire. Als zweiter bayerischer Regierungschef, der sich der spöttischen Prüfung der Narren unterzieht, setzt er die Geschichte des Gerichts fort, das öffentliche Persönlichkeiten mit humorvoller Schärfe zur Rechenschaft zieht. Die Veranstaltung bleibt ein Höhepunkt der regionalen Fasnetsfeiern.