26 March 2026, 08:05

Merz warnt: Deutschland ist noch nicht verteidigungsfähig – trotz Milliardenaufrüstung

Offenes Buch mit handgeschriebenen deutschen Militärtagebucheinträgen aus dem frühen 20. Jahrhundert, enthaltend Text- und numerische Daten.

Merz warnt: Deutschland ist noch nicht verteidigungsfähig – trotz Milliardenaufrüstung

Bundeskanzler Friedrich Merz hat gewarnt, dass Deutschland derzeit nicht in der Lage sei, sich selbst zu verteidigen. In einer aktuellen Stellungnahme betonte er die Dringlichkeit militärischer und wirtschaftlicher Reformen, um die Stärke des Landes wiederherzustellen. Seine Äußerungen fallen in eine Phase, in der die Regierung im Rahmen der 2022 verkündeten Zeitenwende eine grundlegende Reform der Verteidigung vorantreibt.

Die militärische Strategie Deutschlands hat in den vergangenen fünf Jahren einen radikalen Wandel durchlaufen. Die Verteidigungsausgaben sind deutlich gestiegen – von 52 Milliarden Euro im Jahr 2024 auf 62,3 Milliarden Euro 2025, mit geplanten 108 Milliarden Euro für 2026 unter Einbeziehung von Sondermitteln. Ziel ist es, die Bundeswehr zur stärksten konventionellen Armee Europas auszubauen. Auch die Personalstärke soll erhöht werden: Die aktiven Truppen wachsen von 183.000 auf 260.000 Soldatinnen und Soldaten, die Reserven werden auf 200.000 ausgebaut – ermöglicht durch ein neues Gesetz für freiwilligen Wehrdienst, das am 1. Januar 2026 in Kraft tritt.

Zu den zentralen Aufrüstungsmaßnahmen gehört die Stationierung von IRIS-T-SLM-Flugabwehrsystemen für eine schnelle Bedrohungsabwehr. Im Rahmen eines deutsch-britischen Programms, das auf dem Trinity-House-Abkommen von 2024 basiert, werden zudem Raketen mit einer Reichweite von über 2.000 Kilometern sowie hyperschallfähige Waffensysteme entwickelt. Auch die Bereiche Cyber- und elektronische Kriegsführung, Weltraumtechnologie sowie Drohnenabwehr werden gestärkt. Trotz der erhöhten Mittel warnen Expertinnen und Experten jedoch vor zögerlicher Umsetzung und dem Fehlen einer klaren, übergreifenden Strategie.

Merz machte deutlich, dass die aktuellen Schwächen Deutschlands weitgehend selbstverschuldet seien. Seiner Ansicht nach kann das Land seine Interessen weltweit nur dann wahren und in Europa eine führende Rolle einnehmen, wenn es zunächst innere Stärke aufbaut. Dazu gehöre eine widerstandsfähige Wirtschaft, die Sicherung von Arbeitsplätzen und die Fähigkeit zur eigenständigen Verteidigung.

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Im März 2025 hatte die Regierung die Schuldenbremse ausgesetzt, um unbegrenzte Mittel für die Verteidigung freizugeben. Dennoch verwendete Merz bewusst den Begriff "verteidigungsfähig werden", um zu unterstreichen, dass Deutschland noch nicht dort stehe, wo es sein müsse. Seine Priorität liege darin, die Eigenverteidigung zur vordringlichsten Aufgabe der Bundesregierung zu machen.

Die Aussagen des Kanzlers markieren einen Wandel in Deutschlands Herangehensweise an Sicherheit und Souveränität. Mit steigenden Verteidigungsetats und der laufenden Modernisierung der Streitkräfte geht es nun darum, Pläne in die Tat umzusetzen. Der Erfolg wird davon abhängen, Verzögerungen zu überwinden und sicherzustellen, dass die Reformen die gewünschten Ergebnisse bringen.

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