Merz zweifelt am Kohleausstieg – und schlägt längere Laufzeiten für Kraftwerke vor
Leon SchulzMerz zweifelt am Kohleausstieg – und schlägt längere Laufzeiten für Kraftwerke vor
Bundeskanzler Friedrich Merz stellt Kohleausstieg infrage
Bundeskanzler Friedrich Merz hat Zweifel am geplanten Kohleausstieg Deutschlands geäußert. Seine Äußerungen fallen in eine Phase steigender Spannungen im Iran-Konflikt, die die Verbraucherpreise mit der schnellsten Rate seit über drei Jahren in die Höhe treiben. Die Inflation wird für März im Vergleich zum Vorjahr voraussichtlich 2,6 % erreichen – ein Anstieg um 1,1 Prozentpunkte allein seit Februar.
In der Energiepolitik schloss Merz eine kurzfristige Rückkehr zur Kernenergie aus. Langfristig zeigte er sich jedoch optimistisch hinsichtlich der Kernfusion und regte an, dass Deutschland kleine modulare Reaktoren (SMR) im Rahmen künftiger Forschungsvorhaben prüfen könnte.
Gleichzeitig schlug er vor, die Laufzeit bestehender Kohlekraftwerke zu verlängern. Dieser Schritt würde deren Abschaltung verzögern, während das Land auf sauberere Energiequellen umsteigt. Zudem forderte Merz den Bau neuer Gaskraftwerke, die Grundlaststrom liefern und so die erneuerbaren Energien stabilisieren könnten.
Der Kanzler bekräftigte zudem sein Engagement für den Ausbau von Wind-, Solar- und anderen grünen Technologien. Seine Aussagen spiegeln wachsende Sorgen um die Energiesicherheit wider, die durch geopolitische Spannungen und Inflationsdruck weiter verschärft werden.
Die wirtschaftlichen Daten unterstreichen die Dringlichkeit: Die Verbraucherpreise stiegen im März im Vergleich zum Vorjahr um 2,6 % – der stärkste Anstieg seit Ende 2020. Der Iran-Konflikt gilt als einer der Haupttreiber, der die Kosten für Treibstoffe und Rohstoffe in ganz Europa in die Höhe treibt.
Merz' Vorschläge deuten auf einen Kurswechsel in der deutschen Energiestrategie hin, der kurzfristige Stabilität mit langfristiger Nachhaltigkeit verbinden soll. Angesichts beschleunigter Inflation und wachsender geopolitischer Risiken steht die Regierung unter Druck, bezahlbare Energie zu sichern, ohne die Klimaziele aus den Augen zu verlieren. Die kommenden Monate werden zeigen, ob seine Pläne in der politischen Debatte auf Zustimmung stoßen.






