01 April 2026, 00:05

Merzs Rückführungsplan für syrische Flüchtlinge löst heftige Kritik aus

Ein Plakat mit einer Karte von Syrien und Daten zu internal vertriebenen Menschen aufgrund von Gewalt, begleitet von Text und Grafiken.

Merzs Rückführungsplan für syrische Flüchtlinge löst heftige Kritik aus

Bundeskanzler Friedrich Merzs Plan, syrische Flüchtlinge innerhalb von drei Jahren in ihre Heimat zurückzuführen, stößt auf scharfe Kritik. Winfried Kluth, Vorsitzender des Sachverständigenrats deutscher Stiftungen für Integration und Migration, warnte, der Vorschlag wecke falsche Hoffnungen und vernachlässige die anhaltenden Risiken. Gleichzeitig betonte er die Notwendigkeit, die Anforderungen des deutschen Arbeitsmarktes mit den Interessen der Geflüchteten in Einklang zu bringen.

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Laut dem Plan streben Kanzler Merz und der syrische Präsident Ahmed al-Sharaa an, innerhalb von drei Jahren 80 Prozent der syrischen Flüchtlinge aus Deutschland zurückzuführen. Ende 2023 lebten offiziell rund 936.000 Syrerinnen und Syrer in Deutschland, darunter mehr als 700.000, die vor dem Bürgerkrieg geflohen waren.

Kluth stellte infrage, ob eine sichere Rückkehr derzeit überhaupt möglich sei. Anhaltende Gewalt und bewaffnete Konflikte in Nord- und Nordostsyrien erschwerten eine realistische Einschätzung. Zudem verwies er auf die desolate humanitäre und wirtschaftliche Lage im Land, wo zerstörte Häuser, marode Infrastruktur und ein gravierender Mangel an Arbeitsplätzen und Wohnraum vorherrschen.

Trotz dieser Herausforderungen erkannte Kluth den Bedarf Syriens an Wiederaufbau und die möglichen Vorteile von Rückführungen an. Allerdings argumentierte er, dass der humanitäre Schutz erst enden dürfe, wenn Rückkehrer keinerlei weiteren Bedrohungen ausgesetzt seien und in dauerhafter Sicherheit leben könnten. Viele syrische Flüchtlinge in Deutschland seien mittlerweile gut integriert, gingen einer Arbeit nach und schickten ihre Kinder zur Schule – ein weiterer Faktor, der die Debatte um die Rückführung verkompliziere.

Der vorgeschlagene Rückführungsplan hat Bedenken hinsichtlich der Sicherheit und Machbarkeit ausgelöst. Kluths Äußerungen unterstreichen die Unsicherheit, der sich die Geflüchteten gegenübersehen, sowie die praktischen Hindernisse in Syrien. Angesichts von fast einer Million Syrerinnen und Syrern in Deutschland bleibt die Diskussion über ihre Zukunft weiterhin ungelöst.

Quelle