Mietende zahlen gleich viel für immer weniger Wohnfläche in deutschen Städten
Lea KrauseMietende zahlen gleich viel für immer weniger Wohnfläche in deutschen Städten
Mietende in Deutschland bekommen für ihr Geld deutlich weniger Wohnfläche als noch vor wenigen Jahren. Eine neue Analyse zeigt: In 60 der 80 größten Städte des Landes reicht eine Kaltmiete von 1.000 Euro heute für mindestens 10 Prozent weniger Wohnfläche als noch 2020. Besonders stark betroffen sind die großen Ballungsräume – doch der Druck breitet sich zunehmend auf die umliegenden Regionen aus.
In Berlin haben Mieter:innen seit 2022 bei gleicher Miete 16 Quadratmeter weniger Fläche zur Verfügung. Auch in Hamburg und Mainz ging die Wohnfläche spürbar zurück: Hier schrumpfte sie um 12 beziehungsweise 9 Quadratmeter. Wiesbaden verzeichnet ein ähnliches Bild: Für 1.000 Euro gab es im März 2022 noch eine durchschnittliche Wohnung mit 91 Quadratmetern – 2024 sind es bei gleichem Budget nur noch 82 Quadratmeter, ein Rückgang um 9,9 Prozent in nur vier Jahren.
Doch das Problem beschränkt sich nicht auf die Metropolen. Besonders hart trifft es das Ruhrgebiet: In Gelsenkirchen schrumpfte die Wohnfläche für dieselbe Miete um 29 Quadratmeter. Expert:innen führen die Entwicklung auf eine Kombination aus steigenden Baukosten, höheren Instandhaltungskosten und gestiegenen Zinsen zurück. Zudem treibt die Nachfrage von potenziellen Käufer:innen, die sich den Immobilienkauf nicht mehr leisten können, die Konkurrenz auf dem Mietmarkt weiter in die Höhe.
Theo Mseka, CEO von Immowelt, bezeichnete die Lage als „alarmierend“ und warnte vor einer weiteren Verschärfung, sollten nicht schnell Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Er betonte, dass Lockerungen bei Baubestimmungen und ein beschleunigter Neubau entscheidend seien, um eine weitere Verschlechterung zu verhindern. Die Auswirkungen sind bereits jetzt spürbar: Auch kleinere Städte und angrenzende Gemeinden geraten unter Druck, da Mieter:innen in günstigere Gegenden ausweichen.
Die Daten zeigen einen klaren Trend: Mieter:innen zahlen gleich viel oder mehr für deutlich weniger Wohnfläche. Da keine kurzfristige Entlastung in Sicht ist, wächst die Kluft zwischen Nachfrage und verfügbarem Wohnraum weiter. Ohne politische Weichenstellungen oder einen massiven Ausbau des Wohnungsmarkts wird sich der Rückgang bezahlbarer Wohnfläche in deutschen Städten voraussichtlich fortsetzen.






