14 June 2026, 10:03

Pfändungsschutzkonten: Warum Betroffene oft wochenlang auf ihr Geld warten müssen

Telefonische Sprechstunden        Caritas stellt Probleme mit P-Konten zur Diskussion

Pfändungsschutzkonten: Warum Betroffene oft wochenlang auf ihr Geld warten müssen

Bundesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung warnt vor anhaltenden Problemen bei Pfändungsschutzkonten

Während der Aktionswoche Schuldnerberatung hat die Bundesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung auf weiterhin bestehende Defizite bei deutschen Pfändungsschutzkonten (P-Konten) hingewiesen. Monatlich sind zwischen 300.000 und 350.000 Bankkonten von Kontopfändungen betroffen – oft mit der Folge, dass Guthaben blockiert wird und Betroffene in finanzielle Not geraten. Die Caritas Kempen-Viersen, die in Viersen, Dülken und Schwalmtal Schuldnerberatungsstellen betreibt, berichtet von häufigen Verzögerungen bei der Umsetzung des gesetzlichen Schutzes für diese Konten.

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Zwar sind Banken gesetzlich verpflichtet, gepfändete Konten in P-Konten umzuwandeln, um existenzsichernde Mittel zu schützen. Doch wie Schuldnerberater der Caritas in Viersen berichten, werden die gesetzlichen Freibeträge nicht immer fristgerecht gewährt. Die Folge: Betroffene können Mieten, Stromrechnungen oder andere lebensnotwendige Ausgaben nicht begleichen.

Simone Stahn-Florian, Schuldnerberaterin bei der Caritas Viersen, kritisiert die aktuellen Regelungen als unklar und fordert verbindliche Standards, besser geschultes Personal sowie konsequente Sanktionen für Banken, die gegen die Vorgaben verstoßen. Zudem plädiert sie für einen leichteren Zugang zu Beratungsangeboten für Betroffene.

Im Rahmen der Aktionswoche bietet Elisabeth Mankertz am 18. Juni von 11 bis 12 Uhr eine Telefon-Sprechstunde an, um Menschen mit Pfändungsproblemen direkt zu unterstützen.

Die Verzögerungen bei der Bearbeitung von P-Konten können dazu führen, dass Betroffene wochenlang keinen Zugang zu dringend benötigten Geldern haben. Beraterinnen und Berater fordern daher stärkere rechtliche Absicherungen und eine strengere Kontrolle, um finanzielle Notlagen zu verhindern. Die Aktionswoche soll die Öffentlichkeit sensibilisieren und politische Veränderungen anstoßen, um diese Lücken zu schließen.

Quelle