Protest in Sachsen: Basisbewegung fordert mehr Mitsprache in der evangelischen Kirche

Reformbewegung präsentiert Thesen in Dresdner Kirchen - Protest in Sachsen: Basisbewegung fordert mehr Mitsprache in der evangelischen Kirche
Eine Basisbewegung stellt die Pläne zur Zentralisierung der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens infrage. Am 6. Januar brachten Aktivisten der Initiative "Kirche von unten" 14 Thesen an den Türen zweier Dresdner Kirchen an. Der Protest fiel bewusst auf das Fest Epiphanias – ein Datum mit symbolträchtiger Bedeutung.
Die Thesen des Bündnisses wurden an der Kreuzkirche und der Dreikönigskirche in Dresden angebracht. Die Forderungen zielen auf eine Rückbesinnung auf die örtlichen Gemeinden als Kern des kirchlichen Lebens ab. Laut der Initiative sollten Personalentscheidungen, Finanzfragen und das Vermögen der Pfarrbezirke dezentral auf Gemeindeebene geregelt werden – und nicht zentral gesteuert.
Die Bewegung wendet sich gegen das, was sie als überstürzte Strukturreformen in der Kirche wahrnimmt. Stattdessen sollten sich Kirchengemeinden freiwillig über ihre Größe und Kooperationsformen verständigen. Das Subsidiaritätsprinzip – also die Idee, Entscheidungen möglichst bürgernah zu treffen – steht im Mittelpunkt ihrer Vorschläge. Bischof Tobias Bilz zeigte sich offen für Rückmeldungen zu den geplanten Änderungen. Er würdigte das Engagement von "Kirche von unten" und signalisierte Gesprächsbereitschaft.
Der Protest unterstreicht die Spannungen über die künftige Ausrichtung der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens. Die örtlichen Gemeinden könnten nun mehr Gewicht bei der Gestaltung der Reformen erhalten. Die Dialogbereitschaft des Bischofs deutet darauf hin, dass weitere Gespräche folgen könnten.