14 April 2026, 22:05

RAW-Gelände in Berlin: Kultstätten kämpfen um ihr Überleben gegen Eigentümerpläne

Eine Gruppe von Menschen sitzt vor einem Gebäude auf dem Boden während einer Demonstration in Berlin, einige tragen Masken, mit verstreuten Taschen und Gegenständen, unter einem klaren blauen Himmel.

RAW-Gelände in Berlin: Kultstätten kämpfen um ihr Überleben gegen Eigentümerpläne

Ungewisse Zukunft für Berlins Kultort RAW-Gelände: Eigentümer drängt auf Umstrukturierung

Das legendäre RAW-Gelände in Berlin steht vor einer ungewissen Zukunft, da die familiengeführte Eigentümerfirma Kurth ihre Pläne für eine Neuentwicklung vorantreibt. Mehrere Clubs und Kulturstätten, darunter Crack Bellmer und Cassiopeia, müssen nun um ihr Überleben bangen, nachdem ihre kurzfristigen Mietverträge nicht verlängert wurden. Der Konflikt spitzt sich zu, während Aktivisten und lokale Politiker um den Erhalt des soziokulturellen Erbes des Geländes kämpfen.

Im Mittelpunkt des Streits steht Kurths langjähriges Vorhaben, das RAW-Gelände in Wohnraum umzuwandeln. Trotz eines Beschlusses der Bezirksverordnetenversammlung Friedrichshain-Kreuzberg, der eine solche Bebauung untersagt, verweigert das Unternehmen die Verlängerung der Mietverträge und hat sogar Betreibererlaubnisse für zentrale Einrichtungen widerrufen. Ohne gültige Genehmigungen operieren Betriebe wie die Bar zum Schmutzigen Hobby und der Lokschuppen nun in einer rechtlichen Grauzone.

Ein Entwurf für eine Kompromisslösung sieht vor, dass Kurth mit den Bauarbeiten beginnen darf – vorausgesetzt, das Unternehmen garantiert für 30 Jahre Flächen für soziokulturelle Einrichtungen. Doch es gibt weiterhin Streit darüber, wie schnell diese Vereinbarung verbindlich werden soll. Kurth hat eine inoffizielle Frist bis Ende dieses Monats gesetzt und kritisiert die Verzögerungen im Prozess. Die Clubbetreiber hingegen werfen dem Unternehmen Einschüchterungstaktiken vor und fordern eine dauerhafte Lösung.

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Als Reaktion haben Aktivisten für diesen Samstag eine Demonstrations-Rave veranstaltet, unterstützt von SPD, Grünen und der Linken. Die Aktion soll Druck auf die Behörden ausüben, die kulturelle Bedeutung des RAW-Geländes zu sichern, bevor es zu spät ist.

Die Zukunft des RAW-Geländes hängt damit in der Schwebe. Ohne erneuerte Genehmigungen oder eine endgültige Einigung droht den Einrichtungen die endgültige Schließung. Der Ausgang des Konflikts wird nun davon abhängen, ob Kurth und die lokalen Verantwortlichen doch noch zu einer Einigung kommen – oder ob der Protest die Weichen für eine Kehrtwende stellt.

Quelle