11 April 2026, 10:05

Reform der Regionalliga: Warum der neue Vorschlag für Zündstoff sorgt

Alte gedruckte Karte von Deutschland, die die Provinzen Bayern, Baden-Württemberg und Baden mit detailliertem regionalem Text hervorhebt.

Reform der Regionalliga: Warum der neue Vorschlag für Zündstoff sorgt

Vorschlag zur Reform der Regionalliga löst scharfe Kritik aus

Ein geplanter Reformvorschlag für das deutsche Regionalliga-System hat bei Vereinen und Funktionären heftigen Widerstand ausgelöst. Das von einer Arbeitsgruppe unterstützte Regionalmodell sieht eine Umstrukturierung der Ligen vor, wird jedoch als ungerecht und spaltend kritisiert. Gegner werfen vor, es vernachlässige die Bedürfnisse der Teams und setze politische Zweckmäßigkeit über sportliche Fairness.

Die mit der Regionalliga-Reform beauftragte Arbeitsgruppe sprach sich einstimmig für ein System mit vier Staffeln aus. Ihr Plan garantiert, dass alle Staffelsieger weiterhin den Aufstieg in die 3. Liga schaffen können. Doch das bevorzugte Regionalmodell würde die bisherigen Nord-, Nordost- und Bayern-Staffeln auf nur zwei Ligen zusammenlegen, während die West- und Südwest-Staffeln unverändert blieben.

Nach diesem Entwurf würde der Nordostdeutsche Fußballverband (NOFV) de facto verschwinden. NOFV-Präsident Hermann Winkler bezeichnete den Vorschlag als "völlig realitätsfremd" und eine Bestrafung für Vereine, die sich kritisch geäußert hätten. Er bestehe auf das Kompassmodell – ein System, das die Ligeneinteilung jedes Jahr nach Reiseentfernungen neu organisiert – als deutlich gerechtere Alternative.

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Winkler steht mit seiner Kritik nicht allein da. Daniel Meyer, Sportdirektor des Halleschen FC, nannte das Regionalmodell einen "schlechten Scherz" und einen Beleg für "besorgniserregende Fehleinschätzungen" der Fußball-Funktionäre. Tommy Haeder, Sprecher der Kampagne "Aufstiegsreform 2025", bezeichnete den Vorschlag als politisch motiviert und warnte, er werde die Gräben im deutschen Fußball weiter vertiefen.

Rund 70 an der Reforminitiative beteiligte Vereine unterstützen geschlossen das Kompassmodell. Ihre geschlossene Haltung unterstreicht die wachsende Kluft zwischen den Empfehlungen der Arbeitsgruppe und den Wünschen der betroffenen Teams.

Das Regionalmodell steht nun vor einer schweren Bewährungsprobe. Vereine und Funktionäre haben ihren Widerstand deutlich gemacht und warnen vor langfristigen Schäden für die Ligastruktur. Ohne Kompromiss droht der Reformprozess, die Unsicherheit für die Regionalliga-Teams weiter zu verlängern.

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