Rehlinger lehnt Mehrwertsteuererhöhung und Abschaffung des Ehegattensplittings ab
Leon SchulzRehlinger lehnt Mehrwertsteuererhöhung und Abschaffung des Ehegattensplittings ab
Die saarländische Ministerpräsidentin Anke Rehlinger (SPD) hat Pläne zur Erhöhung der Mehrwertsteuer in Deutschland kritisiert. Gleichzeitig äußerte sie Bedenken gegen Vorschläge zur Abschaffung der gemeinsamen Besteuerung von Ehepaaren (Ehegattensplitting) und warnte, dass solche Änderungen die Lebenshaltungskosten weiter in die Höhe treiben würden.
Aktuell wird in der Bundesregierung intern über einen Anstieg des regulären Mehrwertsteuersatzes von 19 auf 21 Prozent diskutiert. Rehlingers Stellungnahme erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) unter Druck gerät, da seine Steuerreformpläne auf Umverteilung und höhere Staatseinnahmen abzielen.
Die Ministerpräsidentin lehnte eine Mehrwertsteuererhöhung entschieden ab und argumentierte, diese würde den Alltag für normale Bürger noch teurer machen. Stattdessen plädierte sie dafür, die Steuerlast für die breite Mehrheit zu senken und gleichzeitig die allerhöchsten Einkommen stärker zur Kasse zu bitten. "Ich bin eher dafür, die große Mehrheit der Steuerzahler zu entlasten, aber die absoluten Spitzenverdiener etwas mehr beitragen zu lassen", erklärte sie.
Bei der Erbschaftsteuer forderte Rehlinger ein gerechteres System, in dem Millionenerben einen höheren Prozentsatz zahlen als Erben kleinerer Vermögen. Derzeit werden Erben von einigen hunderttausend Euro deutlich höher besteuert als solche, die Zehnmillionenbeträge erben. "Hier geht es um faire Besteuerung, nicht um Steuererhöhungen", betonte sie.
Auch die Abschaffung des Ehegattensplittings lehnte Rehlinger ab. Sie argumentierte, dass diejenigen, die bereits davon profitieren, diese Vorteile behalten sollten, und warnte, dass eine Streichung die finanzielle Belastung weiter verschärfen würde. "Dagegen habe ich große Vorbehalte. Das würde das Leben für alle nur noch teurer machen, als es ohnehin schon ist", sagte sie.
Um die Reformen auszugleichen, schlug Rehlinger vor, den ermäßigten Mehrwertsteuersatz von 7 Prozent zu senken und die Steuern auf Arbeitseinkommen zu reduzieren. Ziel sei es, höhere Abgaben auf Vermögen und Spitzenverdiener mit Entlastungen für Haushalte mit niedrigen und mittleren Einkommen zu verbinden.
Rehlingers Position unterstreicht die innerparteilichen Spannungen in der SPD bei der Steuerpolitik. Ihre Vorschläge zielen darauf ab, die Mehrheit der Steuerzahler vor höheren Kosten zu schützen, während vermögende Privatpersonen und große Erbschaften stärker herangezogen werden sollen. Die Debatte über die Reformen bei Mehrwertsteuer und Ehegattensplitting wird voraussichtlich anhalten, während die Regierung abwägt, wie sie Einnahmenbedarf und bezahlbare Lebenshaltungskosten in Einklang bringen kann.






