14 March 2026, 10:05

Rentenreform: Warum die geplante Kostenobergrenze von 1,5 Prozent in der Kritik steht

Ein altes deutsches Wertpapier, das von der deutschen Regierung ausgegeben wurde und Text und Zahlen enthält.

Klingbeil offen für Änderungen im neuen Rentenreformgesetz - Rentenreform: Warum die geplante Kostenobergrenze von 1,5 Prozent in der Kritik steht

Eine grundlegende Reform des deutschen privaten Rentensystems nimmt Gestalt an: Am Montag steht eine Anhörung im Bundestag an. Der Gesetzentwurf sieht weitreichende Änderungen vor, um Altersvorsorgeprodukte flexibler, transparenter und bezahlbarer zu gestalten. Kernstück ist ein neues Standardprodukt mit einer Kostenobergrenze von 1,5 Prozent – doch Kritiker halten dies für unzureichend.

Im Mittelpunkt der Regierungspläne steht ein vereinfachtes, digital zugängliches Vorsorgekonto. Sparer können dabei zwischen aktiv gemanagten Fonds, ETFs und Staatsanleihen wählen – alles innerhalb eines einheitlichen Rahmens. Finanzminister Lars Klingbeil betont die Notwendigkeit der Kostendeckelung, um Gebühren insbesondere für Gering- und Mittelverdiener zu senken.

Doch die 1,5-Prozent-Grenze stößt auf massiven Widerstand. Verbraucherschützer und der Bundesrat kritisieren, dass sie kaum echte Ersparnisse bringe, da die durchschnittlichen Kosten derzeit bereits bei etwa 1,46 Prozent lägen. Besonders laut wird die Kampagnenorganisation Finanzwende unter Leitung von Britta Langenberg. Eine Studie der Gruppe aus Berlin kommt zu dem Schluss, dass der Deckel hohe Gebühren lediglich zementiere, statt sie zu reduzieren. Gefordert wird stattdessen ein staatliches, kostengünstiges Alternativmodell anstelle des aktuellen Flickenteppichs.

Klingbeil zeigt sich zwar offen für Nachbesserungen vor der finalen Verabschiedung des Gesetzes. Das übergeordnete Ziel der Reform bleibt jedoch, den Wettbewerb zu beleben und so die Kosten auf dem gesamten Markt zu drücken. Angesichts der weiterhin gespaltenen Lager bleibt der weitere Weg aber ungewiss.

Die anstehende Bundestagsdebatte wird entscheiden, ob die 1,5-Prozent-Grenze bestehen bleibt oder geändert wird. Sollte die Reform verabschiedet werden, könnte sie die Altersvorsorge von Millionen Menschen grundlegend verändern. Derzeit steht vor allem die Balance zwischen Bezahlbarkeit und den Interessen der Branche im Fokus.

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