Sachsen-Anhalt kämpft gegen Personalnot in Justiz bis 2030

Generationaler Wandel bei Justizpersonal im Gange - Sachsen-Anhalt kämpft gegen Personalnot in Justiz bis 2030
Sachsen-Anhalt bereitet sich auf Pensionierungswelle bei Richtern und Staatsanwälten bis 2030 vor
Seit 2020 wurden in Sachsen-Anhalt über 200 voll ausgebildete Juristen eingestellt, um die durch den demografischen Wandel entstehenden Lücken zu schließen. Dennoch bleiben Personalengpässe und Rekrutierungsschwierigkeiten im Justizsystem ein drängendes Problem.
Aktuell verfügt das Bundesland über mehr Richter als durch Pensionierungen zu erwarten wären – ein vorübergehender Überschuss. Bei den Staatsanwaltschaften sieht die Lage jedoch anders aus: Hier fehlen 197 Planstellen, von denen nur 195 besetzt sind. Allein in Magdeburg beträgt das Defizit laut Richterbund 25 Prozent.
Der Generationswechsel betrifft alle Bereiche der Justiz, doch besonders schwer zu ersetzen sind Fachkräfte der mittleren Ebene. Junge Nachwuchskräfte können die Arbeitsbelastung erfahrener Kollegen oft nicht sofort bewältigen, während ein Einstellungsstopp die Fortschritte bremst. Die Ausbildungsprogramme für Gerichte und Staatsanwaltschaften sind zwar voll ausgelastet, doch dieses Tempo muss gehalten werden, um künftige Personalengpässe zu vermeiden. Bis 2030 werden in Sachsen-Anhalt voraussichtlich 138 Richter und 45 Staatsanwälte in den Ruhestand gehen. Konkrete Nachfolgekandidaten für die anstehenden Vakanzen – etwa am Landesverfassungsgericht oder in der Generalstaatsanwaltschaft – stehen jedoch noch nicht fest. Zwar werden in verfügbaren Quellen allgemeine Trends im deutschen Justizwesen diskutiert, doch zu diesen spezifischen Positionen fehlen detaillierte Angaben.
Der Freistaat hat zwar Maßnahmen ergriffen, um die bevorstehende Pensionierungswelle abzufedern, doch insbesondere bei den Staatsanwälten bestehen weiterhin Personalengpässe. Ohne nachhaltige Nachwuchsgewinnung und gezielte Förderung könnte das Justizsystem weiter unter Druck geraten, wenn erfahrene Juristen ihre Posten verlassen.