Sachsen plant Einkapselung statt Ausgrabung des Giftmülls in Brüchau

Admin User
2 Min.
Ein Abfallbehälter mit Logos und Text darauf steht auf dem Boden vor einem Zaun, mit parkenden Autos, Häusern und Bäumen im Hintergrund unter einem Himmel.

Giftsludge Pit Brüchau: Linke fordert Rechtsänderung - Sachsen plant Einkapselung statt Ausgrabung des Giftmülls in Brüchau

Ein giftiger Schlammteich in Brüchau, Sachsen, steht weiterhin im Mittelpunkt eines Streits um die Abfallbewirtschaftung. Trotz eines Beschlusses des Landtages aus dem Jahr 2020, der die vollständige Ausgrabung und externe Entsorgung des Materials forderte, haben die Behörden stattdessen einen Plan zur Vor-Ort-Einkapselung genehmigt. Die Entscheidung hat Forderungen nach rechtlichen Reformen seitens der Oppositionsabgeordneten ausgelöst.

Die Landesregierung hatte 2020 zunächst Schritte eingeleitet, um das belastete Gelände zu sanieren. In Abstimmung mit lokalen Behörden, Umweltbehörden und Beteiligten begannen die Planungen, Finanzmittel wurden bereitgestellt, und Gutachten erstellt, um die vollständige Beseitigung des gefährlichen Abfalls vorzubereiten.

Doch die nun genehmigte Lösung widerspricht dem ursprünglichen Beschluss. Statt den Giftschlamm auszugraben und abzutransportieren, haben die Aufsichtsbehörden entschieden, ihn vor Ort einzukapseln. Die geltenden Gesetze verhindern, dass alternative Ansätze überhaupt in Betracht gezogen werden können – eine erneute Prüfung ist damit ausgeschlossen.

Die Linke im Landtag von Sachsen verweist auf den Fall als Beleg für systemische Mängel. Sie fordert gesetzliche Änderungen, um eine strengere Handhabung belasteter Standorte zu gewährleisten. Derweil hat sich das Land verpflichtet, 80 Prozent der Baukosten in Höhe von 32 Millionen Euro für die Einkapselung zu tragen – sowie sämtliche künftigen Betriebs- und Überwachungskosten.

Das Einkapselungsprojekt wird unter den bestehenden Vorschriften umgesetzt, wobei Sachsen den Großteil der Ausgaben übernimmt. Damit bleibt der Beschluss von 2020 unerfüllt, und der Abfall verbleibt am Standort. Die Forderungen der Opposition nach Reformen konzentrieren sich nun darauf, ähnliche Konflikte in zukünftigen Fällen zu vermeiden.