Satelliten sollen Deutschlands Mobilfunknetz revolutionieren – wie die Telekom-Riesen vorgehen
Moritz HoffmannSatelliten sollen Deutschlands Mobilfunknetz revolutionieren – wie die Telekom-Riesen vorgehen
Deutschlands größte Telekommunikationsunternehmen setzen auf Satelliten, um die Mobilfunkabdeckung zu verbessern. Neue Partnerschaften sollen Versorgungslücken in ländlichen Gebieten schließen und in Notfällen als Backup dienen. Sowohl Vodafone als auch O2 Telefónica haben Tests mit satellitengestützten Anbietern angekündigt.
O2 Telefónica arbeitet dabei mit dem Unternehmen OQ Technology zusammen, um in Mecklenburg-Vorpommern Satellitenverbindungen zu erproben. Der Teststandort liegt in der Nähe von Waren an der Müritz, die zum Mecklenburgischen Seengebiet gehört. OQ Technology, ein europäisches Unternehmen mit Unterstützung der EU-Kommission, plant für 2023 den Start einer neuen Satellitengeneration. Diese soll – anders als ältere Modelle – bidirektionale Kommunikation ermöglichen.
Auch Vodafone hat ein Joint Venture mit AST SpaceMobile geschlossen, um satellitengestützte Mobilfunkdienste in Deutschland einzuführen. Gleichzeitig kooperiert die Deutsche Telekom mit Starlink, um bis 2028 die Netzabdeckung in abgelegenen Regionen auszubauen. OQ Technology will bis Ende 2027 insgesamt 48 Satelliten in Betrieb nehmen, die alle 30 Minuten eine Abdeckung bieten. Bis 2028 oder 2029 sollen es 150 Satelliten sein, die durchgehende Verbindungen selbst für datenintensive Anwendungen ermöglichen.
Der Vorstoß in Richtung Satellitentechnik erfolgt, weil die Anbieter ihre Netze über die klassischen Mobilfunkmasten hinaus stärken wollen. Die Satellitenverbindungen sollen vor allem in Notfällen als Ergänzung dienen, wenn die Bodeninfrastruktur ausfällt.
Die Entwicklung hin zu satellitengestützten Mobilfunknetzen wird die Versorgung in bisher unterversorgten Regionen ausbauen. Bis 2028 planen mehrere Anbieter eine durchgehende Konnektivität – selbst in abgelegenen oder von Katastrophen betroffenen Gebieten. Die Technologie basiert auf europäischen Partnerschaften und Cloud-Diensten, wobei erste Tests bereits in Norddeutschland laufen.






