Söders SMR-Pläne spalten die Politik: Atomkraft-Debatte entbrannt

Admin User
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Eine Maschine ist im Vordergrund mit Strommasten, Kabeln, Absperrungen, Pflanzen und Himmel im Hintergrund.

Söders SMR-Pläne spalten die Politik: Atomkraft-Debatte entbrannt

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat mit seinem Vorschlag, kleine modulare Reaktoren (SMR) in Deutschland für eine kostengünstige Energieversorgung einzuführen, eine Debatte ausgelöst. Die Idee stößt bei den Parteien auf geteilte Reaktionen.

Unterstützung erhält Söder von den AfD-Abgeordneten Paul Schmidt und Rainer Kraft, die sich für den Einsatz von SMR in der zukünftigen Stromerzeugung Deutschlands aussprechen. Doch der Vorschlag trifft auch auf scharfe Kritik.

Die SPD-Energiefachfrau Nina Scheer wies Söders Pläne zurück und betonte, Atomkraft – einschließlich SMR – sei die teuerste Form der Energieerzeugung. Zudem äußerte sie Bedenken hinsichtlich der Sicherheit: SMR produzierten mehr Atommüll als große Reaktoren und bergen erhebliche Risiken. Als Beispiel führte sie das gescheiterte SMR-Projekt des Unternehmens NuScale Power an, dessen Kosten von 5,3 auf 9,3 Milliarden Dollar explodiert seien.

Luigi Pantisano von der Linken verglich Söders Vorstoß mit einem „Drogenabhängigen im Entzug“, der nach fossilen Energien lechze. Die Grünen-Energiesprecherin Julia Verlinden hingegen argumentierte, der Ausbau der Windenergie biete die niedrigsten Erzeugungskosten und sei sofort umsetzbar. Söders Vorschlag bezeichnete sie als Ablenkung von Wettbewerbsfähigkeit und Klimaschutz.

Während Söder Kanada als Vorbild für SMR nannte, verwies Scheer darauf, dass das Land bis 2035 nur eine gültige Baugenehmigung für einen solchen Reaktor besitze – und bisher kein Mini-Meiler in Betrieb sei. Trotz öffentlicher Förderung und Fortschritten bei Entwürfen und Prototypen, darunter ein GE-Hitachi-BWRX-300-Testreaktor in Kanada, gebe es Ende 2025 weder eine vollständige Zulassung noch eine kommerzielle Nutzung. Der CDU-Politiker Sepp Müller zeigte sich zurückhaltend und sprach sich für technologieoffene Forschung aus, einschließlich einer Intensivierung der Fusionsenergie-Forschung.

Die Diskussion um die Einführung von SMR in Deutschland hat eine politische Kontroverse entfacht. Während einige die Technologie als Teil der zukünftigen Stromerzeugung sehen, warnen andere vor hohen Kosten, Sicherheitsrisiken und negativen Klimafolgen. Die Debatte unterstreicht die Komplexität der Energiepolitik und die Notwendigkeit einer sorgfältigen Abwägung aller Faktoren.