Solingen will Mobbing an Schulen und Kitas entschlossener bekämpfen – doch fehlen die Daten
Moritz HoffmannSolingen will Mobbing an Schulen und Kitas entschlossener bekämpfen – doch fehlen die Daten
Prävention von Mobbing wird in den kommenden Wochen zu einem zentralen politischen Thema in Solingen. Die CDU hat eine Anfrage eingereicht, um zu untersuchen, wie die Stadt Mobbing in Schulen und Kitas bekämpft. Der Vorstoß folgt auf Besorgnis über zunehmende Online-Konflikte und Mobbing in Klassenchatgruppen.
Ziel der CDU-Anfrage ist es, detaillierte Informationen über bestehende Präventionsmaßnahmen in Solingen zu sammeln. Die Parteivertreter wollen wissen, welche Strategien derzeit angewendet werden und wie deren Wirksamkeit gemessen wird. Zudem fordern sie verlässliche Daten zu Mobbingvorfällen, auch wenn lokale Zahlen zu medizinischen oder psychologischen Überweisungen weiterhin fehlen.
Eine Studie der Techniker Krankenkasse aus dem Jahr 2022 ergab, dass bundesweit etwa jedes sechste Schulkind von Mobbing betroffen ist. Hochgerechnet auf Solingen wären das rund 2.800 betroffene Schülerinnen und Schüler. Die PISA-Studie 2022 zeigte zudem, dass 21 Prozent der 15-Jährigen in Deutschland mindestens mehrmals im Monat Mobbing erleben.
Die Anfrage wird auch die Personalsituation in Kitas und Grundschulen prüfen. Dabei soll geklärt werden, ob Präventionsarbeit von hauseigenen Fachkräften oder externen Anbietern geleistet wird. Die CDU betont, dass es sich nicht um eine Kritik an Lehrkräften oder Schulsozialarbeitern handle, sondern um einen Aufruf zu einer vertieften Diskussion über Mobbingprävention.
Ein weiteres wachsendes Problem, das in der Anfrage thematisiert wird, ist Cybermobbing, insbesondere in Klassenchatgruppen. Während bundesweite Statistiken zeigen, dass 16,7 Prozent der 8- bis 21-Jährigen bereits Cybermobbing erlebt haben, fehlen für Solingen spezifische lokale Daten zu digitaler Gewalt.
Die Ergebnisse der CDU-Anfrage sollen die künftige Ausrichtung der Mobbingprävention in Solingen mitgestalten. Die Initiative unterstreicht die Notwendigkeit einer besseren Datenerfassung und langfristigen Evaluation bestehender Programme. Angesichts Tausender potenziell betroffener Schüler steht die Stadt unter Druck, ihre Maßnahmen gegen traditionelles und digitales Mobbing zu verstärken.






