Stillgelegte Bahnstrecke Bitterfeld–Stumsdorf: Ministerin prüft Reaktivierung für 31.000 Anwohner
Jonas SchulteStillgelegte Bahnstrecke Bitterfeld–Stumsdorf: Ministerin prüft Reaktivierung für 31.000 Anwohner
Lydia Hüskens, Ministerin für Infrastruktur und Digitales, hat kürzlich die stillgelegte Bahnstrecke Bitterfeld–Zörbig–Stumsdorf besichtigt. Ziel der Begehung war es, den Zustand der Strecke für eine mögliche Reaktivierung zu bewerten. Lokale Verantwortliche und Anwohner setzen sich seit Langem für das Projekt ein, um die Verkehrsbelastung auf den Straßen in der Region zu verringern.
Der Personenverkehr auf der Strecke Bitterfeld–Stumsdorf wurde 2002 eingestellt, der Güterverkehr endete zwei Jahre später. 2005 nahm die Stadt Zörbig jedoch den Abschnitt Bitterfeld–Zörbig für den Güterverkehr wieder in Betrieb. Bei einer vollständigen Reaktivierung könnte die gesamte Strecke etwa 31.000 Menschen an das S-Bahn-Netz in Mitteldeutschland anbinden.
2024 beauftragte die NASA GmbH eine Machbarkeitsstudie zur Prüfung der Reaktivierung. Während ihres Besuchs betonte Hüskens die Bedeutung einer zügigen Planung und begrenzter Planungsvarianten, um den Fortschritt nicht zu gefährden. Zudem suchte sie nach Ausschlusskriterien oder geeigneten Standorten für neue Haltepunkte.
Die Kosten für die Reaktivierung werden auf rund 130 Millionen Euro geschätzt, wobei bis zu 90 Prozent der Finanzierung über das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) abgedeckt werden könnten. Solche Projekte können Engpässe verringern, die Zuverlässigkeit des Schienenverkehrs verbessern und wichtige regionale Verbindungen beschleunigen.
Der Besuch der Ministerin markiert einen Schritt vorwärts bei der Bewertung der Machbarkeit der Strecke. Bei Erfolg könnte die Reaktivierung eine lebenswichtige Verkehrsverbindung für Tausende schaffen. Über die weiteren Schritte des Projekts werden Finanzierung und Planung entscheiden.






