06 May 2026, 06:58

Tausend Menschen fordern in Berlin mehr Rechte für Menschen mit Behinderungen

Eine große Gruppe von Menschen nimmt an einer Black Lives Matter Demonstration in Berlin teil, einige halten Schilder, andere tragen Kappen und Taschen, mit einem Fahrrad im Vordergrund und Bäumen und einem Pfahl im Hintergrund.

Tausend Menschen fordern in Berlin mehr Rechte für Menschen mit Behinderungen

Hunderte Demonstranten zogen am Samstag durch Berlin, um mehr Rechte für Menschen mit Behinderungen zu fordern. Die Kundgebung fiel mit dem Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen zusammen und lenkte die Aufmerksamkeit auf anhaltende Forderungen nach besserer Inklusion und rechtlich verbindlichen Barrierefreiheitsregelungen.

Die Demonstration wurde von einem breiten Bündnis aus Wohlfahrtsverbänden, sozialen Organisationen und Behindertenrechtsvereinen organisiert. Nach Polizeischätzungen nahmen etwa 1.000 Menschen teil, darunter viele Rollstuhlfahrer, die Schilder mit Aufschriften wie „Teilhabe für alle garantieren“ und „Integration und Inklusion stärken“ trugen. Der Marsch begann am Brandenburger Tor und führte zum Roten Rathaus, wo Redner vor den Teilnehmern sprachen.

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Zu den geplanten Rednern zählten Berlins Sozialsenatorin Cansel Kiziltepe (SPD), Bundestagsvizpräsident Bodo Ramelow (Linke) sowie mehrere Abgeordnete. Ihre Statements fielen vor der ersten Lesung des Bundestags am Donnerstag zu geplanten Reformen des Behindertengleichstellungsgesetzes. Kritiker bemängeln, dass der Gesetzentwurf keine verbindliche Barrierefreiheit vorschreibt und Entscheidungen stattdessen Unternehmen und Behörden überlässt.

Zum Abschluss der Kundgebung wollten die Veranstalter eine Petition überreichen, die rechtlich verbindliche Barrierefreiheitsstandards fordert. Der Schritt spiegelt die Frustration von Aktivisten wider, die die aktuellen Vorschläge als unzureichend für eine echte Gleichberechtigung ansehen.

Die Demonstration unterstrich die anhaltenden Forderungen nach stärkerem rechtlichem Schutz vor der Bundestagsdebatte. Mit der eingereichten Petition wächst der Druck auf die Abgeordneten, die Bedenken gegenüber freiwilligen Regelungen zu berücksichtigen. Das Ergebnis der ersten Lesung am Donnerstag wird zeigen, ob weitere Änderungen an den geplanten Reformen vorgenommen werden.

Quelle