Thüringen plant strengere Maßnahmen gegen häusliche Gewalt durch die Polizei

Admin User
2 Min.
Ein weißer Polizeiwagen steht im Vordergrund mit vielen Autos auf der Straße dahinter, umgeben von Gras und Bäumen auf beiden Seiten.

Umstrittener Entwurf will Opfer von Gewalt in der Partnerschaft helfen - Thüringen plant strengere Maßnahmen gegen häusliche Gewalt durch die Polizei

Die Thüringer Landesregierung hat Pläne vorgestellt, um den Schutz von Frauen vor Gewalt zu stärken. Die vorgeschlagenen Änderungen des Polizeiaufgabengesetzes umfassen längere Wohnungsverweise, elektronische Überwachung sowie eine bessere Datenaustausch zwischen Behörden und Beratungsstellen.

Nach dem Gesetzentwurf könnte die Polizei bei häuslicher Gewalt Wohnungsverweise von bis zu 14 Tagen verhängen – eine Verlängerung gegenüber der bisherigen Zehn-Tage-Frist. Gerichte hätten zudem die Möglichkeit, diese Anordnungen bei Bedarf um weitere 14 Tage zu verlängern.

Die elektronische Überwachung soll für Täter und in Einzelfällen auch für gefährdete Personen eingeführt werden. Das System würde Alarm schlagen, sobald sich ein potenzieller Angreifer einer geschützten Person nähert. Zudem erhielte die Polizei die Befugnis, Daten von Tätern und Opfern an Beratungsstellen weiterzugeben, um die Unterstützung zu verbessern.

Die Pläne stoßen jedoch auf Kritik der Opposition. Diese argumentiert, dass die Reformen von anderen umstrittenen Maßnahmen im selben Gesetzesentwurf überschattet werden, darunter der Einsatz künstlicher Intelligenz, der Ausbau der Videoüberwachung und die Einführung von Tasern.

Sollten die Änderungen verabschiedet werden, stünden der Polizei mehr Instrumente zur Verfügung, um bei Fällen häuslicher Gewalt einzugreifen. Die verlängerten Wohnungsverweise und elektronischen Warnsysteme zielen darauf ab, schnelleren und wirksameren Schutz zu bieten. Allerdings könnten die Debatten über erweiterte Polizeibefugnisse die Verabschiedung des Gesetzes verzögern oder dessen endgültige Fassung verändern.