Traditionsbrauerei Wolters beantragt Eigenverwaltung wegen schwacher Umsätze und hoher Kosten
Leon SchulzTraditionsbrauerei Wolters beantragt Eigenverwaltung wegen schwacher Umsätze und hoher Kosten
Die Hofbrauhaus Wolters GmbH hat beim Amtsgericht Braunschweig ein Eigenverwaltungsverfahren nach der Insolvenzordnung beantragt. Der Schritt folgt auf anhaltend schwache Umsätze und stark gestiegene Kosten, die die Brauerei schwer getroffen haben. Die Belegschaft wurde in einer Betriebsversammlung informiert; während des Verfahrens sind alle Löhne und Gehälter gesichert.
Das Unternehmen kündigte an, seine Geschäftsaktivitäten grundlegend umzustrukturieren und das Geschäftsmodell neu auszurichten. Ziel ist es, sich wieder stärker auf den regionalen Markt zu konzentrieren und zu einem innovativen Getränkehersteller zu entwickeln. Die Geschäfte werden unter der Begleitung der Kanzlei Eckert Rechtsanwälte und der Eckert Assurance GmbH fortgeführt.
Die deutsche Braubranche steht seit Jahren vor erheblichen Herausforderungen. Die Produktions- und Energiekosten sind seit der COVID-19-Pandemie stark angestiegen, und der Bierabsatz im Land ging 2025 erneut um sechs Prozent zurück. Der Anwalt Kimon Kantis betonte, dass die Eigenverwaltung Wolters die Möglichkeit gebe, die strukturellen Branchenprobleme nachhaltig anzugehen.
Die Hofbrauhaus Wolters GmbH ist eine hundertprozentige Tochter der Volksbank BRAWO eG, die sich ebenfalls in einer Phase des Wandels und der Neuausrichtung befindet. Das Insolvenzverfahren soll es Wolters ermöglichen, die finanziellen Schwierigkeiten zu bewältigen, ohne den Betrieb einzustellen. Mit der Restrukturierung will das Unternehmen seine Zukunft in einem sich verändernden Markt sichern. Sämtliche Mitarbeiter behalten während des gesamten Verfahrens ihre Bezüge.






