Umweltbündnis stoppt geplantes Gaskraftwerk in Mainz: Klimaziele in Gefahr
Moritz HoffmannUmweltbündnis stoppt geplantes Gaskraftwerk in Mainz: Klimaziele in Gefahr
Ein Bündnis aus Umweltschutzorganisationen hat sich gegen die Pläne der Kraftwerke Mainz-Wiesbaden (KMW) ausgesprochen, ein neues Gaskraftwerk zu bauen. Der geplante Standort auf der Ingelheimer Aue, einem Überschwemmungsgebiet, stößt auf scharfe Kritik – Aktivist:innen werfen dem Vorhaben vor, die Klimaziele der Stadt zu untergraben. Bereits zehn offizielle Einsprüche gegen das umstrittene Projekt sind bei den Behörden eingereicht worden.
Die Gruppen, darunter MainzZero und der BUND Mainz, hinterfragen die Logik hinter einer Investition von 44 Millionen Euro in eine Technologie, die sie als veraltet bezeichnen. Maren Goschke vom BUND Mainz warnte, das Kraftwerk würde die Region für Jahrzehnte an fossile Brennstoffe binden. Dies stehe im Widerspruch zum Ziel der Stadt, bis 2035 klimaneutral zu werden.
KMW argumentiert, die Anlage könne später auf Wasserstoff umgestellt werden – doch die Skepsis bleibt. Michael Lengersdorff, Sprecher von MainzZero, stellte die Strategie des Unternehmens infrage: „Wie will KMW die Klimaziele erreichen, indem es neue Gaskraftwerke baut?“ Die Initiative kritisiert zudem, dass keine aktuelle Umweltverträglichkeitsprüfung vorliegt – die letzte Untersuchung datiert von vor fast 20 Jahren.
Statt auf Gas setzen die Aktivist:innen auf Batteriespeicher als erprobte und zunehmend kostengünstige Alternative. Die Produktionskosten für Batteriesysteme sind dramatisch gesunken: von etwa 1.300 Euro pro Kilowattstunde im Jahr 2009 auf nur noch 90 Euro heute. Im Gegensatz zu Gaskraftwerken, die ständig mit Brennstoff versorgt werden müssen, können Batterien jahrelang mit minimalem Wartungsaufwand betrieben werden.
Die Einsprüche wurden offiziell beim Strukturdirektion Süd (SGD Süd), der für das Projekt zuständigen Behörde, eingereicht. Sollte das Kraftwerk genehmigt werden, würde es die Gasinfrastruktur ausbauen – zu einer Zeit, in der Alternativen wie Batteriespeicher immer wettbewerbsfähiger werden. Die Entscheidung wird zeigen, ob die Energiepolitik der Region mit ihren langfristigen Klimazielen vereinbar ist.






