Urteil im Prozess um homophobe Raubüberfälle via Dating-Apps erwartet
Leon SchulzUrteil im Prozess um homophobe Raubüberfälle via Dating-Apps erwartet
Am kommenden Dienstag um 9:00 Uhr wird das Urteil im Prozess gegen sechs Angeklagte verkündet, die beschuldigt werden, über Dating-Apps gezielt schwule Männer ins Visier genommen zu haben. Vor dem Landgericht Frankfurt (Oder) wurden in den vergangenen Monaten gewalttätige Raubüberfälle, Körperverletzungen und homophobe Beleidigungen verhandelt, die der Gruppe zur Last gelegt werden. Drei junge Erwachsene und drei Jugendliche müssen sich wegen schwerer Raubdelikte verantworten.
Die Angeklagten sollen demnach gefälschte Profile auf Dating-Plattformen angelegt haben, um ihre Opfer an abgelegene Orte zu locken. Dort wurden die Männer dann überfallen, beraubt und verbal gedemütigt – oftmals unter Mitschneiden der Angriffe. Die Ermittler bestätigten, dass die Gruppe ihre Straftaten systematisch dokumentierte, fanden jedoch keine Verbindungen zu einem organisierten Netzwerk oder einer politischen Ideologie.
Wegen des jugendlichen Alters der meisten Beschuldigten fanden große Teile der Verhandlung unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Die Urteilsverkündung erfolgt nun in einer öffentlichen Sitzung und setzt damit den Schlusspunkt unter einen Prozess, der bundesweit für Aufsehen gesorgt hat.
Im Mittelpunkt des Verfahrens steht eine Serie gewalttätiger Vorfälle, bei denen Online-Dating-Plattformen gezielt ausgenutzt wurden, um Opfer in die Falle zu locken. Das für Dienstagmorgen erwartete Urteil wird über die rechtlichen Konsequenzen für die sechs Angeklagten entscheiden. Der Fall hat zugleich die Debatte über hassmotivierte Straftaten und die Instrumentalisierung digitaler Räume für gezielte Angriffe neu entfacht.






