USA verhängen Einreiseverbote gegen deutsche Hassrede-Gegner

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Eine Gruppe von Menschen demonstriert auf einer Straße, hält Plakate hoch, mit Gebäuden, Bäumen und Laternen im Hintergrund unter einem Himmel.

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Die US-Regierung hat Einreiseverbote gegen mehrere europäische Aktivist:innen und Beamte verhängt und wirft ihnen vor, Online-Zensur zu fördern. Betroffen sind unter anderem zwei deutsche Kampagnenleiter gegen Hassrede, ein ehemaliger EU-Kommissar sowie Vertreter britischer Nichtregierungsorganisationen. Die Maßnahme ist Teil einer umfassenderen Repressionswelle im Rahmen einer Verordnung aus dem Jahr 2025, die internationale Juristen mit Sanktionen belegt.

Am 6. Februar 2025 erließ die Regierung unter Donald Trump die Exekutivverordnung 14203, mit der hochrangige Vertreter des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH) sanktioniert wurden. Die Anordnung betrifft sechs Richter:innen, darunter die französische Richterin Guillou und die kanadische Richterin Prost, sowie Führungskräfte der Staatsanwaltschaft des IStGH. Weitere europäische Regierungsvertreter wurden in dem Dekret nicht namentlich genannt.

Erst kürzlich kündigte US-Außenminister Marco Rubio Einreiseverbote gegen die deutschen Aktivistinnen Anna-Lena von Hodenberg und Josephine Ballon an. Beide arbeiten für HateAid, eine 2018 in Berlin gegründete Organisation, die sich gegen digitale Gewalt einsetzt und für die strafrechtliche Verfolgung von Hasskriminalität im Netz kämpft. Die USA werfen ihnen vor, „Zensur“ zu betreiben, und stufen sie als Teil eines „globalen Zensur-Industriekomplexes“ ein. Rubio bestätigte zudem Einreiseverbote gegen die britischen NGO-Vertreter Imran Ahmed und Clare Melford, die sich gegen Online-Hass und Desinformation engagieren. Er warnte, dass weitere europäische Beamte mit ähnlichen Maßnahmen rechnen müssten, und behauptete, „Ideologen in Europa“ üben Druck auf US-Plattformen aus, um unerwünschte Meinungen zum Schweigen zu bringen. Auch der ehemalige EU-Binnenmarktkommissar Thierry Breton wurde zur persona non grata erklärt. HateAid, das mit der EU zusammenarbeitet, hat sich zu den Sanktionen bisher nicht geäußert.

Die US-Maßnahmen richten sich gegen Personen, die sich für digitale Rechte und internationale Justiz einsetzen. Die Betroffenen sehen sich nun mit Reisebeschränkungen konfrontiert, während Rubios Äußerungen auf weitere Sanktionen hindeuten. Der Schritt verschärft die Spannungen zwischen Washington und europäischen Institutionen in der Frage der Online-Regulierung.