Vassiliadis fordert radikale Steuerreform: Reiche sollen mehr zahlen, Geringverdiener entlastet werden
Jonas SchulteVassiliadis fordert radikale Steuerreform: Reiche sollen mehr zahlen, Geringverdiener entlastet werden
Michael Vassiliadis, Vorsitzender der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE), hat eine Reihe von Steuerreformen vorgeschlagen, die die Belastung für Mittel- und Geringverdiener verringern sollen. Seine Pläne sehen zudem vor, dass die reichsten Privatpersonen und Unternehmen in Deutschland stärker zur Kasse gebeten werden. Zu den Maßnahmen gehören Anpassungen bei der Einkommensteuer, Erbschaftsteuer sowie die Einführung einer neuen Vermögensabgabe.
Nach Vassiliadis’ Vorstellungen würde der Spitzensteuersatz um zwei bis drei Prozentpunkte auf dann 45 oder 46 Prozent steigen – aktuell liegt er bei 42 Prozent. Gleichzeitig soll die Grenze für die Anwendung dieses höheren Satzes angehoben werden: Künftig würde er erst bei einem Bruttoeinkommen von über 100.000 Euro pro Jahr greifen, statt wie bisher bereits bei niedrigeren Beträgen. Geringverdiener hingegen würden kaum oder gar keine Steuern zahlen.
Der Gewerkschaftschef fordert zudem eine Vermögenssteuer für Einkünfte ab 200.000 Euro. Darüber hinaus schlägt er höhere Erbschaftsteuern vor und argumentiert, dass Superreiche von einer stabilen Infrastruktur und Sicherheit für ihre Unternehmen profitierten. Zwar räumt Vassiliadis Bedenken von Wirtschaftsverbänden ein, Betriebsvermögen stärker zu besteuern, betont aber, dass wohlhabendere Bürger einen größeren Beitrag zu öffentlichen Investitionen leisten müssten.
Sein Konzept sieht ein linear-progressives Einkommensteuersystem vor, das die sogenannte „Mittelschichts-Beule“ abschaffen würde. Die zusätzlichen Einnahmen sollen in die Verbesserung der Infrastruktur und der Verteidigung fließen – Bereiche, die er als entscheidend für wirtschaftliche Stabilität und nationale Sicherheit ansieht.
Vassiliadis’ Reformvorschläge zielen darauf ab, die Steuerlast umzuverteilen: Die Belastung für Gering- und Mittelverdiener soll sinken, während Spitzenverdiener und Vermögende stärker herangezogen werden. Sollten die Pläne umgesetzt werden, würde dies einen Wandel in der Finanzierung öffentlicher Leistungen und Infrastruktur in Deutschland bedeuten. Die Vorschläge des Gewerkschaftsführers gehen nun in die breitere Debatte unter Politikern und Wirtschaftsvertretern.






