Verfallenes Gasthaus "Grüne Tanne" in Halle droht einzustürzen – Stadt prüft Notmaßnahmen
Jonas SchulteVerfallenes Gasthaus "Grüne Tanne" in Halle droht einzustürzen – Stadt prüft Notmaßnahmen
Das historische Gasthausensemble „Grüne Tanne“ in Halle (Saale) befindet sich in einem dramatischen Verfallszustand. An der Ecke Mansfelder Straße und Tuchrahmen seit Jahren sich selbst überlassen, ist die Fassade mittlerweile mit Graffiti übersät und von wildem Bewuchs überwuchert.
Seit 15 Jahren steht das Gebäude auf der Roten Liste der gefährdeten Baudenkmäler der Stadt. Ein Brand im Jahr 2021 verschärfte den ohnehin prekären Zustand und beschleunigte den Verfall. Mittlerweile ist der Gehweg entlang des Komplexes wegen akuter Einsturzgefahr durch herabfallende Mauerteile abgesperrt – die Zone gilt als gefährlich.
Ursprünglich hatte der Projektentwickler Norsk geplant, die historischen Bausubstanz zu sanieren, Neubauten zu errichten und eine Tiefgarage anzulegen. Doch nach der Insolvenz des Unternehmens kam das Vorhaben zum Erliegen. Seither schleppen sich die Verhandlungen mit dem Insolvenzverwalter dahin, was die Pattsituation weiter verschärft.
Stadtvertreter, darunter Baudezernent René Rebenstorf, sprechen von einer „höchst alarmierenden Lage“. Halle prüft nun rechtliche Schritte gegen den insolventen Eigentümer und lotet gleichzeitig Notfallmaßnahmen aus, um den Gehweg wieder freizugeben. Gleichzeitig hat ein auf Denkmalsanierung spezialisiertes Unternehmen Interesse bekundet, die bestehenden Strukturen zu retten – ohne teure Neubauten.
Bis auf Weiteres bleibt der Komplex für Fußgänger gesperrt, während die Behörden an der Beseitigung der Sicherheitsrisiken arbeiten. Rechtliche Schritte und mögliche Sofortmaßnahmen sollen die jahrelange Vernachlässigung beenden. Das Ziel der Stadt: den Standort stabilisieren und die öffentliche Zugänglichkeit so schnell wie möglich wiederherstellen.






