Vonovia setzt auf Wärmepumpen – doch die Aktie stürzt ins 52-Wochen-Tief
Jonas SchulteVonovia setzt auf Wärmepumpen – doch die Aktie stürzt ins 52-Wochen-Tief
Vonovia plant flächendeckende Einführung dezentraler Wärmepumpen bis 2028
Der Wohnungsriesen Vonovia hat Pläne vorgestellt, bis 2028 seine gesamten Bestände mit dezentralen Wärmepumpen auszustatten. Den Anfang macht ein Pilotprojekt in Nürnberg, wo 59 Wohnungen auf klimafreundliche Heizsysteme umgestellt werden. Gleichzeitig hat die Aktie des Unternehmens ein neues 52-Wochen-Tief erreicht – ein Zeichen für die aktuellen Marktbelastungen.
Das Nürnberger Pilotvorhaben setzt auf ein modulares "Wärmepumpen-Cube"-System, das sich schnell auf einem einfachen Schotterfundament installieren lässt. Jede Einheit kostet rund 15.000 Euro und lässt sich problemlos in bestehende Gebäude integrieren. Langfristig soll durch den Aufbau eines zentralen Fernwärmenetzes komplett auf fossile Brennstoffe verzichtet werden.
Vonovia-Chef Luka Mucic skizzierte eine Wachstumsstrategie, die auf serienmäßige Modernisierungen und dezentrale Energielösungen setzt. Zwar wurde noch keine konkrete Zahl für die bundesweite Ausrollung genannt, doch ähnliche Projekte mit Partnern für Mehrfamilienhäuser sind bereits in Planung. Die Geschäftszahlen für 2025 zeigen ein bereinigtes EBITDA von etwa 2,8 Milliarden Euro – ein Plus von 6,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Trotz einer hohen Auslastungsquote von 97,9 Prozent und einem organischen Mietwachstum von 4,1 Prozent hat die Vonovia-Aktie innerhalb eines Monats rund 25 Prozent verloren. Hohe Zinsen drücken den Kurs unter den 200-Tage-Durchschnitt. Anleger blicken nun gespannt auf die Hauptversammlung, wo Aktualisierungen zur Dividendenpolitik und langfristigen Finanzierung erwartet werden.
Das Nürnberger Pilotprojekt markiert den ersten Schritt von Vonovias Abkehr von fossilen Heizsystemen. Bei Erfolg könnte der Wärmepumpen-Cube bis 2028 in tausenden Wohnungen eingesetzt werden. Aktionäre werden auf der anstehenden Hauptversammlung genau auf die finanziellen Details achten – während das Unternehmen gleichzeitig operative Modernisierungen und Marktbelastungen bewältigen muss.






