13 March 2026, 08:09

Wacker Chemie startet historisches Sparprogramm nach Rekordverlust von 805 Millionen Euro

Ein Diagramm, das die Anzahl der von der COVID-19-Pandemie betroffenen US-Geschäfte zeigt, unterteilt in Erholung und wirtschaftliche Erholung nach Branchen, mit begleitendem Text auf der linken Seite.

Wacker Chemie startet historisches Sparprogramm nach Rekordverlust von 805 Millionen Euro

Wacker Chemie kündigt größtes Sparprogramm der Unternehmensgeschichte an

Nach einem Nettoverlust von 805 Millionen Euro im Jahr 2025 hat Wacker Chemie das größte Kostensenkungsprogramm seiner Geschichte gestartet. Der Umsatz des Konzerns sank um 4 % auf 5,49 Milliarden Euro, während das Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisation (EBITDA) drastisch um 43 % auf 427 Millionen Euro einbrach. Im Rahmen eines Plans, jährlich mehr als 300 Millionen Euro einzusparen, sollen nun weltweit über 1.500 Arbeitsplätze abgebaut werden.

Für den finanziellen Abschwung verantwortlich waren rückläufige Absatzmengen, sinkende Preise und nicht ausgelastete Produktionskapazitäten. Hohe Energiekosten in Deutschland belasteten die Gewinne zusätzlich und trieben das Unternehmen in die Verlustzone. Sonderbelastungen und Wertberichtigungen in Höhe von rund 600 Millionen Euro vertieften das Defizit weiter.

Als Reaktion darauf startete Wacker Chemie im Oktober 2025 die Initiative PACE. Das Programm zielt auf jährliche Einsparungen von über 300 Millionen Euro ab, vor allem durch die Senkung von Produktions- und Verwaltungskosten. Der Großteil der Stellenstreichungen wird Mitarbeiter in Deutschland betreffen.

Trotz der Herausforderungen hat das Unternehmen seine Position im Polysilizium-Markt für Halbleiter gestärkt. Die Kapazitätserweiterungen am Standort Nünchritz liegen mittlerweile bei über 50.000 Tonnen pro Jahr, was einen globalen Marktanteil von 25–30 % sichert. Dieses Wachstum half Wacker, Konkurrenten wie die Tokuyama Corporation, OCI Company und REC Silicon zu überflügeln, die mit Überkapazitäten im Solarbereich und Preisschwankungen zu kämpfen hatten.

Für das erste Quartal 2026 rechnet Wacker mit einem Umsatz von rund 1,35 Milliarden Euro – ein Rückgang gegenüber dem Vorjahreswert, bedingt durch negative Währungseffekte. Für das gesamte Jahr prognostiziert das Unternehmen ein niedriges einstelliges Umsatzwachstum sowie ein EBITDA zwischen 550 Millionen und 700 Millionen Euro. Für 2025 wird keine Dividende vorgeschlagen.

Künftig setzt der Konzern auf Spezialprodukte, Halbleiter und biotechnologische Innovationen, um das Wachstum voranzutreiben. Durch Kostensenkungen und effizientere Abläufe strebt Wacker Chemie an, mittelfristig wieder in die Gewinnzone zurückzukehren. Der Erfolg dieser Maßnahmen wird entscheiden, ob sich das Unternehmen nach einem schwierigen Geschäftsjahr stabilisieren kann.

Quelle