Walisische Brauerei wehrt sich gegen Hugo Boss – und ein Komiker kontert mit Namensprotest
Leon SchulzWalisische Brauerei wehrt sich gegen Hugo Boss – und ein Komiker kontert mit Namensprotest
Kleine walisische Brauerei gerät mit Modegigant Hugo Boss aneinander
Die walisische Mikrobrauerei Boss Brewing aus Swansea sah sich mit juristischem Druck des Luxuslabels Hugo Boss konfrontiert – und gab rund 10.000 Pfund für die Abwehr einer Unterlassungsaufforderung des Konzerns aus. Der Streit ist Teil eines Musters, bei dem Hugo Boss gezielt gegen Unternehmen und gemeinnützige Initiativen vorgeht, die das Wort "Boss" im Namen führen.
Auslöser war eine rechtliche Warnung von Hugo Boss, das für seine aggressive Markenpolitik bekannt ist. Die Brauerei aus Swansea musste tausende Pfund aufbringen, um ihren Namen zu verteidigen. Ähnliche Fälle gab es bereits: 2018 erhielt etwa die Initiative DarkGirlBoss einen Anwaltsbrief, als sie versuchte, ihren Namen schützen zu lassen.
Satirischer Protest: Komiker ändert Namen in "Hugo Boss" Der britische Komiker Joe Lycett hat nun mit einer provokanten Aktion protestiert: Er ließ sich offiziell in Hugo Boss umbenennen – eine spöttische Reaktion auf die Vorgehensweise des Konzerns gegen kleinere Organisationen. Unter seinem neuen Namen plant Lycett sogar, ein Produkt auf den Markt zu bringen, um die Debatte weiter zu verschärfen.
Hugo Boss: Globaler Konzern mit belasteter Vergangenheit Das 1924 gegründete Unternehmen ist heute ein weltweiter Modegigant mit über 14.000 Mitarbeitern in 127 Ländern. Doch die Firmengeschichte hat auch dunkle Kapitel: Der Gründer war Mitglied der NSDAP und Unterstützer Adolf Hitlers. Während des Zweiten Weltkriegs ließ Hugo Boss SS-Uniformen von Zwangsarbeitern fertigen. 2011 entschuldigte sich der Konzern öffentlich für das damals verursachte Leid – konkrete Wiedergutmachungsmaßnahmen oder weitere Schritte wurden jedoch nie bekannt.
Die juristischen Auseinandersetzungen der Brauerei verstärken die Kritik an der harten Markenpolitik von Hugo Boss. Lycetts Namensänderung und sein geplantes Produkt lenken zusätzliche Aufmerksamkeit auf das Thema. Gleichzeitig bleibt die NS-Vergangenheit des Unternehmens ein umstrittenes Erbe.