14 April 2026, 06:05

Warum misstrauische Gruppen die Demokratie gefährden – und wie die AfD davon profitiert

Ein Plakat mit einem zentralen Baum, umgeben von Gesichtern, und dem Text "Der politische Cluster im Terrorismus" unten.

Warum misstrauische Gruppen die Demokratie gefährden – und wie die AfD davon profitiert

Der Soziologe Aladin El-Mafaalani hat untersucht, warum sich bestimmte Gruppen von der Demokratie abwenden. In seinem neuesten Buch "Gemeinschaften des Misstrauens" erforscht er, wie Menschen das Vertrauen in Staat, Gerichte, Wissenschaft und Medien verlieren. Diese Entwicklungen, so seine These, tragen dazu bei, den Aufstieg von Bewegungen wie der rechtspopulistischen AfD in Deutschland oder von Figuren wie Donald Trump zu erklären.

El-Mafaalanis Forschung zeigt, dass misstrauische Menschen sich oft mit Gleichgesinnten verbünden, die ihre Skepsis teilen. Digitale Medien haben es diesen "Gemeinschaften des Misstrauens" erleichtert, sich zu vernetzen und zu organisieren. Sobald sie entstanden sind, neigen diese Gruppen dazu, ihr Vertrauen in Parteien zu setzen, die die liberale Demokratie offen ablehnen.

Laut El-Mafaalani arbeiten populistische Strategen gezielt daran, das Vertrauen in zentrale Institutionen zu untergraben. Selbst wenn Parteien wie die AfD ihre Versprechen nicht einhalten, warnt er, werden ihre Anhänger ihre Haltung kaum ändern. Der Soziologe argumentiert zudem, dass allein die Bloßstellung der Inkompetenz der AfD deren Anziehungskraft nicht verringern werde, falls sie an die Macht kommt.

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Peter Unfried, Chefredakteur von "FUTURZWEI", hat gefragt, welche konkreten Schritte sich aus El-Mafaalanis Erkenntnissen ableiten ließen. Die Analysen des Buches gelten als möglicher Leitfaden, um dem Aufstieg des Rechtspopulismus wirksamer zu begegnen.

El-Mafaalanis Arbeit verdeutlicht, wie sich Misstrauen in bestimmten Gruppen ausbreitet und verfestigt. Seine Erkenntnisse legen nahe, dass herkömmliche Ansätze – etwa die Widerlegung falscher Behauptungen – nicht ausreichen, um das Vertrauen in demokratische Institutionen wiederherzustellen. Die Herausforderung besteht nun darin, neue Wege zu finden, um mit Gruppen in Dialog zu treten, die sich bereits abgewandt haben.

Quelle