Wie humanoide Sexpuppen Kultur, Recht und Intimität herausfordern
Moritz HoffmannWie humanoide Sexpuppen Kultur, Recht und Intimität herausfordern
Ein taz Queer Talk erkundet die Geschichte und kulturelle Bedeutung humanoider Sexpuppen
Im Rahmen eines taz Queer Talks wird die historische Entwicklung und gesellschaftliche Wirkung humanoider Sexpuppen thematisiert. Moderiert wird die Veranstaltung von taz-Redakteur Jan Feddersen, zu Gast ist die Kulturwissenschaftlerin Susanne Regener, die sich seit Jahrzehnten mit diesen umstrittenen Objekten beschäftigt. Die Diskussion findet zu einem Zeitpunkt statt, an dem die EU die Regulierung solcher Produkte verschärft.
Susanne Regener, emeritierte Professorin der Universität Siegen, forscht zu visueller Kultur und marginalisierten Gruppen. In ihrer jüngsten Arbeit zeichnet sie die etwa hundertjährige Entwicklung lebensechter "Spielzeuge" nach – von frühen mechanischen Figuren bis hin zu den heutigen, mit KI ausgestatteten Puppen. Zudem untersucht sie, wie Medien diese Objekte darstellen, insbesondere im Zusammenhang mit Geschlecht, Kriminalität und Intimität.
Die Veranstaltung erfolgt vor dem Hintergrund zunehmender regulatorischer Prüfungen. Die EU-Kommission hat kürzlich ein formelles Verfahren gegen Shein nach dem Digital Services Act eingeleitet, wobei sie sich auf Bedenken hinsichtlich kindchenhafter Sexpuppen berief. Gleichzeitig hat sich die kommerzielle Verfügbarkeit dieser Produkte erweitert, und die öffentliche Debatte darüber nimmt in globalen Märkten an Fahrt auf.
Organisiert in Kooperation mit Queer Nations e.V. wird der Abend auch Regeners weitergefächertes Werk behandeln, darunter weibliche Bildwelten, KI-Beziehungen und die kulturelle Symbolik der menschlichen Hand. Feddersen, taz-Redakteur für Sonderprojekte, übernimmt die Moderation im Rahmen der taz Talks und der taz lab-Reihe.
Die Veranstaltung spiegelt den Wandel wider, den Sexpuppen durchlaufen – von einer Nischenerscheinung hin zu einem gesellschaftlich breit diskutierten Thema. Regeners Forschung liefert historischen Kontext, während Gesetzgeber und Aktivist:innen mit ethischen und rechtlichen Fragen ringen. Der Talk steht damit für die größeren Debatten über Technologie, Intimität und Regulierung in der modernen Gesellschaft.






