Wiener Festwochen feiern 75 Jahre mit Rekordbesuchern und mutigem Programm
Leon SchulzWiener Festwochen feiern 75 Jahre mit Rekordbesuchern und mutigem Programm
Die Wiener Festwochen feiern 75. Jubiläum mit mutigen Produktionen und Rekordbesucherzahlen
Die Wiener Festwochen begingen ihr 75-jähriges Bestehen mit kühnen Inszenierungen und einer noch nie dagewesenen Besucherresonanz. Milo Raus ambitionierte Werke und weitere herausragende Aufführungen prägten das Festival. Fast 196.000 Gäste zählte man – zwei Drittel davon beim Eröffnungsspektakel am Heldenplatz.
Milo Rau leitete das Festival mit einer fünfwöchigen Spielzeit von Republik der Götter, die er als das „größte Theaterstück aller Zeiten“ und als Weltpremiere zum Jubiläumsjahr bezeichnete. Trotz dieser Ansprüchen sank die Auslastung der Veranstaltungen unter seiner Führung jedoch von 96 auf 91 Prozent.
Einige Produktionen stachen durch ihre Intensität und Originalität besonders hervor. Brigitta Muntendorfs Der Tag davor präsentierte ein kraftvolles Manifest gegen Gewalt. Angélica Liddells Seppuku: Die Beerdigung Mishimas oder die Lust am Sterben hinterließ beim Publikum einen tiefen Eindruck. Thorsten Lensings Tanzende Idioten erntete großes Lob, insbesondere für Ursina Lardis Darstellung einer todkranken Frau.
Zu den weiteren Höhepunkten zählte Susanne Kennedys Parsifal, der unter der Last von Markus Selgs überwältigenden Digitaleffekten litt. Auch Patti Smiths Auftritte und Florentina Holzingers Pfingstspiel zogen die Blicke auf sich. Gob Squads Turn fesselte das Publikum mit einer interaktiven Erkundung des Doppelgängereffekts, garniert mit einem wiederkehrenden Witz über das Déjà-vu-Erlebnis.
Das Festival bot eine Mischung aus provokanten und experimentellen Werken. Die Besucherzahlen erreichten einen Rekord, während die Gesamtauslastung leicht zurückging. Raus Amtszeit brachte sowohl ehrgeizige Produktionen als auch veränderte Publikumresonanz mit sich.






