Wirtschaftsgipfel ohne Mittelstand: Verbände üben scharfe Kritik an Merz
Moritz HoffmannWirtschaftsgipfel ohne Mittelstand: Verbände üben scharfe Kritik an Merz
Ein Bündnis aus elf Wirtschaftsverbänden, darunter der BVMW, hat den für diese Woche geplanten Wirtschaftsgipfel unter Leitung von Bundeskanzler Friedrich Merz scharf kritisiert. Die im Kanzleramt stattfindende Veranstaltung steht in der Kritik, weil sie Deutschlands Mittelstand – das Rückgrat aus kleinen und mittleren Unternehmen – ausschließt. Kritiker werfen der Runde vor, sie spiegle nicht die tatsächliche Vielfalt der deutschen Wirtschaft wider.
In einer gemeinsamen Erklärung kommt tiefe Verärgerung über die einseitige Ausrichtung des Gipfels zum Ausdruck. Christoph Ahlhaus, Hauptgeschäftsführer des BVMW, warf der Bundesregierung vor, den Mittelstand von einer eigentlich richtungsweisenden Debatte auszuschließen. Er warnte davor, dass sich Fehler der Vergangenheit wiederholen dürften, als die Belange kleinerer Betriebe ignoriert wurden.
Die Kritik folgt auf ein gescheitertes Treffen in der Villa Borsig, bei dem sich die Ampelkoalition laut den Verbänden in eine Sackgasse manövriert habe. Ahlhaus monierte, dass zentrale Forderungen der Wirtschaft – etwa Bürokratieabbau und eine Reform der Einkommensteuer – weiterhin unberücksichtigt blieben. Angesichts der anhaltenden Wirtschaftsschwäche wächst bei den Unterzeichnern die Sorge über die Ausrichtung des Gipfels.
Die Erklärung betont zudem, dass weite Teile der Wirtschaft, die von mittelständischen Unternehmen geprägt sind, bei der Veranstaltung nicht vertreten seien. Nach Ansicht der Verbände bildet der im Kanzleramt versammelte Industriekern keinesfalls die gesamte deutsche Wirtschaftslandschaft ab.
Die Koalition gerät nun unter Druck, den Mittelstand in künftige Gespräche einzubinden. Unerfüllte Forderungen wie Steuererleichterungen und regulatorische Reformen bleiben für die Branche von zentraler Bedeutung. Das Ergebnis des Gipfels könnte die ohnehin angespannten Beziehungen zwischen Politik und Deutschlands lebenswichtigen kleinen und mittleren Unternehmen weiter belasten.






