Wirtschaftsweise: Erben von Unternehmen sollten höhere Steuern zahlen

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Ein Werbeplakat für eine Technologiemesse mit Stühlen, Tischen und Menschen im Hintergrund und einer Lampe an der Decke.

Wirtschaftsweise: Erben von Unternehmen sollten höhere Steuern zahlen - Wirtschaftsweise: Erben von Unternehmen sollten höhere Steuern zahlen

Monika Schnitzer, Vorsitzende des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, fordert schärfere Erbschaftssteuern für Erben von Familienunternehmen. In einem Interview mit dem Stern am 22. Dezember 2025 argumentierte sie, dass die aktuellen Regelungen Luxusgüter wie Privatjets, Oldtimer oder hochwertige Kunstwerke – die über Unternehmensanteile hinausgehen – nicht ausreichend berücksichtigen.

Schnitzer, die 2025 zu den 100 einflussreichsten Unternehmerinnen Deutschlands zählte, wies auf ein zentrales Problem hin: Erben erhalten oft weit mehr als nur das Unternehmen selbst. Zwar werde der Firmenwert besteuert, doch zusätzlicher Wohlstand – etwa in Form von Gemälden, klassischen Automobilen oder Flugzeugen – entziehe sich häufig einer gerechten Bewertung.

Sie präzisierte, dass das Problem nicht in zu niedrigen Steuersätzen liege, sondern in der uneinheitlichen Behandlung verschiedener Vermögenswerte. Manche Formen von Reichtum würden stärker besteuert als andere, was Schlupflöcher für Superreiche schaffe. Ihre Äußerungen fallen in eine Phase, in der das Bundesverfassungsgericht über das aktuelle Erbschaftssteuer-System entscheiden soll. Ein Urteil wird für 2024 erwartet und könnte die Besteuerung von Familienvermögen in Deutschland grundlegend verändern.

Die vorgeschlagenen Reformen zielen darauf ab, Lücken im bestehenden System zu schließen. Falls umgesetzt, würden strengere Regeln sicherstellen, dass Luxusgüter ebenso wie Unternehmensbeteiligungen versteuert werden. Das anstehende Urteil des Gerichts könnte entscheiden, ob Schnitzers Vorschläge vorankommen.