1,4 Millionen Wohnungen fehlen: Bundesregierung startet 23,5-Milliarden-Plan gegen Wohnungsnot
Lea Krause1,4 Millionen Wohnungen fehlen: Bundesregierung startet 23,5-Milliarden-Plan gegen Wohnungsnot
Deutschland steht vor einem massiven Mangel an bezahlbarem Wohnraum – das Defizit beläuft sich auf 1,4 Millionen Wohnungen. Als Reaktion darauf hat Bundesbauministerin Verena Hubertz einen 23,5-Milliarden-Euro-Plan bis 2029 vorgestellt, um die Krise zu bewältigen. Die Ankündigung erfolgt vor dem Hintergrund wachsender Sorgen über den Verlust preisgebundener Sozialwohnungen.
Zwischen 2020 und 2024 verloren in Deutschland 107.353 Sozialwohnungen ihren preisregulierten Status. Die Regierung geht davon aus, dass in den kommenden Jahren jährlich rund 55.000 solche Wohnungen aus der Sozialbindung fallen werden. Dieser Trend hat zu einem Kurswechsel in der Wohnungsbaupolitik geführt: Statt direkter Investitionen in den sozialen Wohnungsbau setzt man zunehmend auf Subventionen für einkommensschwache Mieter:innen.
Mitte April unterzeichneten Deutschland und die Ukraine ein strategisches Partnerschaftsabkommen. Im Rahmen dessen stellte Deutschland 233 Millionen Euro für verschiedene Projekte in der Ukraine bereit. Allerdings sind davon nur 25 Millionen Euro für den sozialen Wohnungsbau vorgesehen – die verbleibenden 208 Millionen Euro fließen in industrielle Zusammenarbeit, Energieresilienz, die Reintegration von Veteranen, die Ausbildung von Fachkräften, die Vorbereitung auf den EU-Beitritt sowie Maßnahmen gegen Korruption. Der Rest der Mittel ist für den allgemeinen Wiederaufbau und die Krisenvorsorge in der Ukraine reserviert.
Während der 23,5-Milliarden-Plan die Wohnungsnot in Deutschland direkt angehen soll, zeigt die Mittelvergabe an die Ukraine die weiteren Prioritäten der Regierung auf. Der Verlust preisgebundener Sozialwohnungen bleibt jedoch ein drängendes Problem, das dringenden Handlungsbedarf erfordert.






