AfD eskaliert Debatte um Messerangriffe vor Berliner Wahl mit neuer "Messer-App"
Lea KrauseAfD eskaliert Debatte um Messerangriffe vor Berliner Wahl mit neuer "Messer-App"
Messattacken in Berlin werden vor der nächsten Wahl zum zentralen Thema. Die Berliner Landespartei der rechtspopulistischen Alternative für Deutschland (AfD) treibt die Debatte voran und wirft der regierenden Koalition vor, das Problem nicht ausreichend zu bekämpfen. Als jüngste Maßnahme veröffentlichte die Partei eine detaillierte Übersicht über polizeilich erfasste Messerangriffe – eine Initiative, die sie als Beitrag zu mehr Transparenz begründet.
Laut Polizeistatistiken gab es 2024 in Berlin 3.412 Messerangriffe – ein Anstieg um 5,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die AfD hat zudem ein Online-Tool namens "Messer-App" gestartet, das Angriffsorte, Verletzungen und gemeldete Vorfälle kartografisch darstellt. Die Fraktionsvorsitzende Kristin Brinker kritisierte, die Koalition halte wichtige Details zurück, etwa die Nationalität der Tatverdächtigen – eine Information, die Berlin im Gegensatz zu den meisten anderen Bundesländern nicht veröffentlicht.
Die AfD fordert eine umfassendere Offenlegung von Daten und verweist auf eine angebliche Lücke zwischen Polizeieinsätzen und den offiziellen Kriminalstatistiken. Gleichzeitig nahm auch die Schusswaffenkriminalität zu: 2025 verzeichnete die Polizei einen Anstieg um 68 Prozent bei Straftaten mit Feuerwaffen. Als Reaktion richteten die Behörden drei Waffen- und Messerbeschränkungszonen ein, in denen die Messerkriminalität laut Angaben zurückging.
Bundesweit registrierte das Bundeskriminalamt (BKA) im Jahr 2024 rund 29.000 Messerangriffe – wobei diese Zahlen gemeldete Fälle und Tatverdächtige erfassen, nicht jedoch Verurteilungen. Der Vorstoß der AfD für mehr Transparenz fällt in eine Phase, in der die Partei der Regierung vorwirft, die Schwere der Gewaltkriminalität in der Hauptstadt zu verharmlosen.
Der Druck der AfD auf die Berliner Koalition, mehr Informationen zu Gewaltdelikten preiszugeben, wächst. Angesichts steigender Angriffszahlen und der neu eingerichteten Sperrzonen wird die Diskussion über öffentliche Sicherheit und Datentransparenz voraussichtlich weiter an Fahrt aufnehmen. Mit der "Messer-App" bietet die Partei den Bürgerinnen und Bürgern nun direkten Zugriff auf polizeilich erfasste Vorfälle in der gesamten Stadt.






