"Aschura-Marsch" in Berlin: Warum Kinder bei der Demonstration aneinandergekettet wurden
Jonas Schulte"Aschura-Marsch" in Berlin: Warum Kinder bei der Demonstration aneinandergekettet wurden
Eine Demonstration anlässlich eines schiitischen Religionsfestes in Berlin hat für Kontroversen gesorgt, nachdem Kinder bei der Nachstellung einer historischen Entführung eingesetzt wurden. Die unter dem Titel „Aschura-Marsch“ abgehaltene Veranstaltung zog etwa 600 Teilnehmer an und sollte als Solidaritätsbekundung mit unterdrückten Menschen weltweit dienen.
Während des Marsches kletterten die Temperaturen auf 40 °C. Die Organisatoren sagten eine geplante Zwischenkundgebung ab und unterbrachen den Zug vorübergehend, damit die Teilnehmenden sich im Schatten ausruhen und Wasser trinken konnten. Mehrere Personen mussten wegen hitzebedingter Kreislaufprobleme medizinisch versorgt werden.
Im Rahmen der Nachstellung wurden Kinder aneinandergebunden. Nach einem Verbot, das während eines Abstimmungsgesprächs ausgesprochen wurde, stoppte der Veranstalter die theatralische Szene mit den Kindern. Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) kritisierte im Nachhinein deren Beteiligung scharf und bezeichnete es als „absolut inakzeptabel“, Kinder bei Kundgebungen auszunutzen und zu instrumentalisieren.
Vor-Ort-Dolmetscher berichteten, es habe während der Demonstration keine strafbaren Inhalte gegeben. Das Jüdische Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus (JFDA) verurteilte die Veranstaltung jedoch als islamistisch und warf ihr vor, Symbole des islamistischen Terrors zu unterstützen.
Trotz hitziger Debatten verlief der Marsch insgesamt friedlich. Die Organisatoren trafen Vorkehrungen, um die Sicherheit angesichts der extremen Hitze zu gewährleisten. Die Einbindung der Kinder bleibt jedoch der umstrittenste Aspekt der Demonstration.
