29 June 2026, 18:12

Bachmann-Preis 2024: Ronen Stecke holt Haupt- und Publikumspreis in Klagenfurt

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Bachmann-Preis 2024: Ronen Stecke holt Haupt- und Publikumspreis in Klagenfurt

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Der Bachmann-Preis ist mit einem Doppelsieg von Ronen Stecke zu Ende gegangen: Der Autor erhielt sowohl den mit 30.000 Euro dotierten Hauptpreis als auch den Publikumspreis. Bei der Veranstaltung wurden zudem weitere Schriftsteller:innen für ihre Werke ausgezeichnet. Slata Roschal sorgte derweil für Aufsehen, als sie nach ihrer Lesung die literarische Establishment scharf kritisierte und anschließend die Bühne verließ.

An einem glühend heißen Sommertag stand die Veranstaltung ganz im Zeichen von Lesungen, die sich an Ingeborg Bachmanns Hörspiel „Der gute Gott von Manhattan“ anlehnten. Stecke überzeugte die Jury mit „Was wir tragen“, einem Text über die lebenslangen Kämpfe und Bewältigungsstrategien von Menschen mit Adipositas. Die in diesem Jahr ausschließlich aus Frauen bestehende Jury zeichnete zudem Ozan Zakariya Keskinkılıç mit dem Deutschlandfunk-Preis für „Vater ohne Sohn“ aus.

Den kleinsten der Preise, den 3sat-Preis, erhielt Magdalena Schrefel für „Kirschen, Herz in der Schlinge“, eine persönliche Auseinandersetzung mit ihrer Brustkrebsdiagnose. Kinga Tóth wurde mit dem KELAG-Preis für ihre Schilderung der Härten eines „Ostblock-Mädchens“ ausgezeichnet. In den Diskussionen verwies die Jury auf die wirtschaftlichen Ungleichheiten in der Literaturszene und betonte, dass Hierarchien oft in finanziellen Kategorien gemessen werden können.

Slata Roschal nutzte ihre Bühne für eine scharfe Kritik an der Branche. Sie prangerte schlecht bezahlte Stipendien und die mageren Gewinnspannen an, von denen Autor:innen leben müssen. Nach ihrer Lesung kündigte sie an, sofort zu gehen und sich nicht der Jury zu stellen – und setzte ihre Ankündigung auch um.

Steckes Doppelerfolg ist ein Höhepunkt des diesjährigen Bachmann-Preises. Die Veranstaltung lenkte zudem den Blick auf die wirtschaftlichen Herausforderungen in der Literaturwelt. Mehrere Schriftsteller:innen wurden für ihre kraftvollen und persönlichen Texte gewürdigt.

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