Berlin reformiert Schulgesetz: Strengere Regeln und digitale Modernisierung geplant
Moritz HoffmannBerlin reformiert Schulgesetz: Strengere Regeln und digitale Modernisierung geplant
Berlins Bildungssystem steht vor tiefgreifenden Veränderungen, nachdem der Senat einen Entwurf zur Novelle des Schulgesetzes verabschiedet hat. Die Reform soll die Schulen modernisieren, die Lernstandards verbessern und strengere Regeln für die Schulpflicht sowie den Einsatz digitaler Werkzeuge einführen.
Das neue Gesetz verpflichtet die Schulen, die schulischen Leistungen der Schülerinnen und Schüler systematischer zu erfassen. Durch standardisierte Tests und vergleichende Daten sollen Lernrückstände früher erkannt und Lehrmethoden wirksamer bewertet werden. Behörden betonen, dass es dabei nicht um Kinder mit langfristigen Erkrankungen gehe, sondern um unentschuldigte Fehlzeiten und mögliche Gefährdungssituationen.
Die Regeln gegen Schulschwänzen werden verschärft: Bei wiederholten unentschuldigten Fehlzeiten können Schüler künftig verpflichtet werden, einen Amtsarzt aufzusuchen. Die Änderungen betreffen zudem den Übergang auf weiterführende Schulen, den Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Unterricht sowie die Einführung digitaler Klassenbücher, Zeugnisse und Schülerausweise.
Der Gesetzentwurf geht nun an das Abgeordnetenhaus, wo er weiter beraten wird, bevor die endgültige Abstimmung ansteht. Sollte die Reform verabschiedet werden, wäre dies die erste größere Aktualisierung des Berliner Schulsystems seit Jahren – vergleichbare leistungsüberwachende Systeme gibt es in Hamburg, München oder Köln seit 2021 nicht.
Ziel der Novelle ist es, Berlins Schulen zukunftsfähiger zu machen, indem die Betreuung und Kontrolle der Schüler verbessert werden. Strengere Anwesenheitskontrollen und digitale Aufrüstungen werden den Schulalltag prägen. Die letzte Entscheidung liegt nun beim Abgeordnetenhaus.






