BP-Aktie steigt leicht – Ölpreise klettern und Umstrukturierung zeigt Wirkung
Lea KrauseBP-Aktie steigt leicht – Ölpreise klettern und Umstrukturierung zeigt Wirkung
BP verzeichnet leichten Kursanstieg – Ölpreise steigen, Konzern treibt Umstrukturierung voran
Die Aktien von BP haben sich leicht erholt, während die Ölpreise klettern und das Unternehmen seine umfassende Umstrukturierung beschleunigt. Die Anteile des Energiekonzerns stiegen um 1,3 %, nachdem das Unternehmen die Raffinerie in Gelsenkirchen verkauft und seine Sparziele erhöht hatte. Gleichzeitig sorgen Blockaden in einer wichtigen Schifffahrtsroute für Turbulenzen auf den globalen Ölmärkten.
Im Februar 2025 hatte BP angekündigt, die interne Umstrukturierung zu beschleunigen, um die finanzielle Stabilität zu stärken. Das Unternehmen strebt nun an, die strukturellen Kosten bis 2027 um 6,5 bis 7,5 Milliarden US-Dollar zu senken – deutlich mehr als ursprünglich geplant. Diese Einsparungen sollen die Bilanz festigen und in den kommenden Jahren für stabile Cashflows sorgen.
Auch beim Verkauf von Vermögenswerten macht der Konzern Fortschritte: Bisher wurden bereits über 11 Milliarden US-Dollar aus Desinvestitionen erzielt, von insgesamt geplanten 20 Milliarden bis 2027. Ein wichtiger Deal betrifft den Verkauf der Gelsenkirchener Raffinerie an die Klesch Group. Die Anlage, die jährlich 12 Millionen Tonnen Öl verarbeitet, wird mit rund 1.800 Mitarbeitenden an den neuen Eigentümer übergehen. Analysten der HSBC reagierten mit einer Hochstufung der BP-Aktie von "Reduce" auf "Hold" und erhöhten das Kursziel. Als Begründung nannten sie die mögliche Entlastung von bis zu 1,7 Milliarden US-Dollar an Verbindlichkeiten, die mit der Raffinerie verbunden sind.
Die Ölpreise sind derweil stark gestiegen: Die Nordsee-Sorte Brent erreichte etwa 112 US-Dollar pro Barrel, ausgelöst durch Blockaden in der Straße von Hormus. Fast 20 % der globalen Öl- und Flüssiggastransporte kamen zum Erliegen, was die Lieferketten zusätzlich unter Druck setzt. Als Reaktion darauf erteilte die US-Regierung eine 60-tägige Ausnahmegenehmigung vom Jones Act, um ausländischen Schiffen den Transport von Gütern zwischen US-Häfen zu ermöglichen und Engpässe zu mildern.
Trotz dieser Herausforderungen sieht sich BP mit Arbeitskonflikten in seiner Whiting-Raffinerie im Bundesstaat Indiana konfrontiert. Nach dem Scheitern von Tarifverhandlungen wurden rund 800 gewerkschaftlich organisierte Beschäftigte ausgeschlossen, doch die Unternehmensführung betonte, dass die Produktion nicht spürbar beeinträchtigt werde.
Die Umstrukturierungsmaßnahmen und Vermögensverkäufe von BP haben zu einem moderaten Kursanstieg beigetragen, während die hohen Ölpreise zusätzliche finanzielle Spielräume schaffen. Der Konzern verfolgt weiterhin seine Desinvestitionsstrategie, auch wenn globale Lieferkettenprobleme und Arbeitsstreitigkeiten operative Hürden darstellen. Der Verkauf der Gelsenkirchener Raffinerie und die Kostensenkungsprogramme bleiben zentrale Bausteine der langfristigen Finanzplanung.






