22 March 2026, 22:05

Sachsen-Anhalt vor der Wahl: Droht ein Rechtsruck mit CDU und AfD?

Schwarze und weiße Zeichnung einer Stadtstraße mit einer Kirche im Hintergrund, umgeben von Gebäuden, Bäumen und Menschen, mit Text unten: "Die Kirche der Heiligen Dreifaltigkeit in Den Haag, Niederlande".

Sachsen-Anhalt vor der Wahl: Droht ein Rechtsruck mit CDU und AfD?

Eine neue Studie der Rosa-Luxemburg-Stiftung warnt, dass Sachsen-Anhalt nach der Landtagswahl am 6. September zum Testfeld für rechtsextreme Politik werden könnte. Die Sorge wächst, da Umfragen eine Verschiebung der Wählerhaltungen zeigen – eine bemerkenswerte Zahl der Bürger steht einer Zusammenarbeit zwischen der christdemokratischen CDU und der rechtsextremen AfD mittlerweile offen gegenüber. Die Ergebnisse verdeutlichen tiefe Gräben über die politische Zukunft der Region und die möglichen Folgen für ihre Institutionen.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Laut der Studie befürworten 35 Prozent der Befragten eine formelle Koalition von CDU und AfD nach der Wahl. Weitere 30 Prozent bevorzugen eine CDU-geführte Minderheitsregierung, die auf die Duldung der AfD angewiesen wäre. Diese Zahlen spiegeln einen größeren Trend wider: 39 Prozent der Umfrageteilnehmer sind der Meinung, dass sich die beiden Parteien inhaltlich so stark angenähert haben, dass ihre Unterschiede heute vor allem stilistischer und weniger sachlicher Natur sind.

Das Wahlprogramm der AfD für 2024 hat die Debatte zusätzlich angeheizt, indem es die Abschaffung der staatlichen Förderung und der Kirchensteuer für große religiöse Einrichtungen fordert. Kritiker warnen, dass dies die Landeskirche in Sachsen-Anhalt innerhalb eines Jahres in die Insolvenz treiben könnte. Gleichzeitig lobt das Programm kleinere christliche Gemeinschaften wie Freikirchen und orthodoxe Gemeinden für ihren "authentischen und lebendigen Glauben" – eine Haltung, die manche als Versuch werten, die religiöse Landschaft zu spalten. Der Verband Evangelischer Freikirchen (VEF) hat diesen Ansatz als politisch motiviert und polarisierend kritisiert.

Vor diesem Hintergrund bleibt die Linke eine zentrale politische Kraft. Viele Wähler sehen in ihr ein "Gegengewicht zur AfD" und eine Verteidigerin des "sozialen Antifaschismus". Doch die Partei steht vor einem Dilemma: Soll sie die CDU unterstützen, um die AfD von der Macht fernzuhalten – ein Schritt, der ihre eigene Position schwächen könnte? Unterdessen hat der AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund deutlich gemacht, dass er allein regieren will, was die Spannungen weiter verschärft.

Historisch betrachtet haben CDU und Linke in Sachsen-Anhalt eine Zusammenarbeit vermieden, mit nur wenigen Ausnahmen. Doch der Aufstieg rechtsextremer Stimmungen zwingt beide Seiten nun, ihre Positionen vor der anstehenden Wahl zu überdenken.

Die Studie unterstreicht die Risiken einer Rechtsentwicklung in Sachsen-Anhalt, wo die Politik der AfD Institutionen wie die Landeskirche grundlegend verändern könnte. Angesichts der gespaltenen Wählermeinung zur möglichen CDU-AfD-Kooperation wird das Ergebnis der Wahl am 6. September entscheiden, ob das Land zum Vorbild für eine rechtsextreme Regierungsführung wird. Auch die nächsten Schritte der Linken könnten maßgeblich sein, um das politische Kräfteverhältnis zu prägen.

Quelle