Chemie-Riese in Leuna meldet Insolvenz – 550 Jobs in Gefahr

Admin User
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Pflanzen, getrocknetes Gras, Erde und eine Flasche auf dem Boden mit Text.

Chemie-Riese in Leuna meldet Insolvenz – 550 Jobs in Gefahr

Ein großer Chemieproduzent in Leuna hat Insolvenz angemeldet und setzt damit Hunderte von Arbeitsplätzen aufs Spiel. Die DOMO Caproleuna GmbH und die DOMO Chemicals GmbH gaben diesen Schritt bekannt, nachdem ihre belgische Muttergesellschaft in schwere finanzielle Turbulenzen geraten war. Der Zusammenbruch folgt auf Jahre wirtschaftlicher Belastungen, darunter die Energiekrise 2022.

Die Insolvenz ist eine direkte Folge des finanziellen Scheiterns der belgischen DOMO-Gruppe. Da das Unternehmen seinen Verpflichtungen nicht mehr nachkommen konnte, entzog es seinen deutschen Tochterfirmen die weitere Unterstützung. Sowohl die DOMO Caproleuna GmbH als auch die DOMO Chemicals GmbH stehen nun vor einer Umstrukturierung im Rahmen des Insolvenzverfahrens.

Am Standort Leuna werden zwei zentrale Produkte hergestellt: Ammoniumsulfat-Düngemittel und Polyamid 6, ein widerstandsfähiger Kunststoff, der in der Automobil- und Industrieproduktion eingesetzt wird. Die stark gestiegenen Energiekosten im Jahr 2022 verschärften die finanzielle Notlage des Unternehmens und trieben es weiter in die Krise. Rund 550 Beschäftigte am Standort Leuna sowie in einer Tochterfirma in Premnitz, Brandenburg, blicken nun einer ungewissen Zukunft entgegen. Das Insolvenzverfahren wird zeigen, ob der Betrieb fortgeführt werden kann oder ob Stellenabbau unvermeidbar wird.

Die Insolvenzanmeldung stellt einen schweren Rückschlag für die chemische Industrie in Ostdeutschland dar. Die Belegschaften an beiden Standorten warten auf Entscheidungen zur Neuausrichtung, während die Zukunft des Unternehmens von der Suche nach neuen finanziellen Rückenden abhängt. Der Fall unterstreicht die langfristigen Folgen der Energiekrise für die Schwerindustrie.