20 March 2026, 18:05

Christian Ulmen: Vom TV-Provokateur zum Beschuldigten in Missbrauchsvorwürfen

Schwarze und weiße Zeitschriftumschlag mit der Aufschrift 'Humoristische Liste', der einen Mann im Anzug mit ernster Miene und eine Frau zeigt, die verschmitzt in die Ferne blickt.

Christian Ulmen: Vom TV-Provokateur zum Beschuldigten in Missbrauchsvorwürfen

Der Komiker Christian Ulmen wurde Mitte der 2000er-Jahre durch seine skandalösen TV-Rollen bekannt, in denen er oft derbe, frauenfeindliche Charaktere spielte. Seine Sendungen wie Mein neuer Freund und Ulmen Television setzten mit provokantem Humor auf Grenzgänge. Nun wirft ihm seine Ex-Frau Collien Fernandes verstörendes Verhalten auch im echten Leben vor.

Erstmals auf sich aufmerksam machte Ulmen mit Mein neuer Freund bei ProSieben, wo er wöchentlich einen anderen schrecklichen Freund verkörperte. Die Kandidatinnen mussten sich von seinen Figuren beleidigen und demütigen lassen – etwa als Alexander von Eich, ein reicher Aristokrat, der seine Freundin mit "Franziskarrrr!" anbrüllte und mit seinem Stock auf den Boden klopfte. Das Konzept der Show zwang die Frauen, diese "Freunde" ihren Familien vorzustellen, doch Ulmens Charaktere benahmen sich so unmöglich, dass die meisten Teilnehmerinnen aufgaben. Wer bis zum Ende durchhielt, erhielt eine Geldprämie.

2006 folgte die Satiresendung Ulmen Television mit einem fiktiven Spiel namens Wer will meine Freundin vögeln? ("Wer will meine Freundin ficken?"). Als schmieriger Moderator Uwe Wöllner ließ Ulmen die Kandidatinnen erniedrigende Aufgaben absolvieren: erotische Tänze, Striptease oder peinliche Fragen zu ihrem Sexleben. Die Show inszenierte dies als absurde Komödie – tatsächliche sexuelle Handlungen fanden nicht statt.

Abseits der Kamera hat nun Ulmens Ex-Frau Collien Fernandes Vorwürfe wegen mutmaßlichen Missbrauchs erhoben. Sie behauptet, er habe unter ihrem Namen gefälschte Online-Profile angelegt, pornografische Inhalte verbreitet und in ihrer Identität Telefonssex geführt – Aktionen, die sie als "virtuelle Vergewaltigung" bezeichnet. Fernandes zitiert die Missbrauchsüberlebende Gisèle Pelicot mit den Worten: "Die Scham muss die Seite wechseln." Ihr Bericht reiht sich ein in eine Serie realer Fälle, in denen Männer Frauen ausnutzen oder verletzen.

Als die Beziehung zwischen Ulmen und Fernandes 2010 öffentlich wurde, fragten Kritiker spöttisch, warum eine "brillante, geistreiche Intellektuelle" sich mit einem Ex-Moderator von Viva einlasse – und taten sie als "hübsch, aber austauschbar" ab.

Fernandes' Vorwürfe befeuern die Debatte, wo die Grenze zwischen inszenierter Provokation und realem Schaden verläuft. Ulmens TV-Figuren lebten von frauenverachtendem Schockeffekt – doch ihre Anschuldigungen deuten auf eine düstere Realität hinter der Fassade hin. Der Fall spiegelt die größere Frage wider, wie Frauen in der Unterhaltungsbranche und im Privatleben behandelt werden.

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