DAAD-Präsident warnt vor fragwürdigen Studiengängen privater Hochschulen in Berlin
Leon SchulzDAAD-Präsident warnt vor fragwürdigen Studiengängen privater Hochschulen in Berlin
Der Präsident des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD), Joybrato Mukherjee, hat scharfe Kritik an privaten Hochschulen in Deutschland geübt, die seiner Meinung nach „höchst fragwürdige Studiengänge“ anbieten. Er fordert nun strengere Kontrollen dieser Einrichtungen, die seiner Aussage nach internationale Studierende – insbesondere aus Indien – mit falschen Versprechungen und unrealistischen Erwartungen ausnutzen.
Mukherjees Warnungen richten sich vor allem gegen private Hochschulen in Berlin, wo einige Studiengänge trotz erheblicher Zweifel an ihrer Qualität akkreditiert wurden. Er stellt infrage, warum solche Institutionen überhaupt staatlich anerkannt sind. Das Problem, so seine Argumentation, werde durch skrupellose Vermittlungsagenturen verschärft, die in einer rechtlichen Grauzone operieren. Diese Agenturen verdienen daran, Studierende – häufig aus Indien – nach Deutschland und in andere Länder zu lenken, wobei sie sie oft über akademische Standards und Berufsaussichten täuschen.
Die Situation spitzt sich zu, da Deutschland einen Rekordzustrom internationaler Studierender verzeichnet. Im Wintersemester 2024/25 schrieben sich rund 402.000 ausländische Studierende ein, davon fast 60.000 aus Indien – die mit Abstand größte Gruppe. Viele von ihnen werden in ihren Heimatländern von Agenturen angeworben, die einfache Zulassung und garantierten Erfolg versprechen.
Mukherjee rät deutschen Hochschulen dringend davon ab, mit solchen Vermittlungsagenturen zusammenzuarbeiten. Er warnt, dass deren Einbindung dem Ruf des deutschen Hochschulsystems schaden könnte, während die betroffenen Studierenden in prekären akademischen und finanziellen Lagen zurückbleiben.
Die Forderung nach schärferen Regulierungen kommt zu einer Zeit, in der private Hochschulen zunehmend wegen ihrer Rekrutierungspraktiken unter die Lupe genommen werden. Angesichts der Rekordzahlen internationaler Studierender unterstreichen die Warnungen des DAAD die Notwendigkeit klarer Standards, um Studierende vor Ausbeutung zu schützen. Mukherjees Reformbestrebungen zielen darauf ab, dass akademische Qualität und Transparenz im Mittelpunkt des deutschen Bildungssystems bleiben.






