Deutsche Bahn drohen Streckensperren in Bayern wegen maroder Infrastruktur
Jonas SchulteMarode Bahn: Zugstreichungen in der Diskussion - Deutsche Bahn drohen Streckensperren in Bayern wegen maroder Infrastruktur
Die Deutsche Bahn erwägt, Zugverbindungen in Bayern einzuschränken, da das Schienennetz der Region in einem desolaten Zustand ist. Der Schritt folgt auf Warnungen, dass jahrzehntelange Vernachlässigung die Infrastruktur stark beschädigt hat. Noch ist unklar, wie viele Strecken betroffen sein könnten – eine offizielle Bestätigung steht aus.
Die Möglichkeit von Streichungen wurde nach einem Treffen zwischen der Deutschen-Bahn-Chefin Evelyn Palla und dem CSU-Verkehrsexperten Jürgen Baumgärtner bekannt. Palla betonte, dass die Sanierung des bayerischen Schienennetzes mindestens ein weiteres Jahrzehnt in Anspruch nehmen werde. Eine endgültige Entscheidung steht zwar noch aus, doch das Unternehmen plant, bis Ende dieser oder Anfang nächster Woche Details zu verkünden.
Verkehrsminister Christian Bernreiter versicherte, er werde sich dafür einsetzen, Streichungen zu vermeiden, räumte jedoch ein, dass es derzeit keinen konkreten Plan für mögliche Kürzungen gebe. Zuvor hatte er den Vorschlag der Deutschen Bahn abgelehnt, die Strecke München–Rosenheim 2028 monatelang komplett zu sperren, und stattdessen kürzere Teilabschnitte favorisiert.
Unterdessen schlug Philipp Nagl, Chef von DB Infrago, Änderungen bei der Trassenvergabe vor, um Servicequalität und Kapazitäten besser in Einklang zu bringen. Die Grünen forderten die Landesregierung auf, die Mittel für die Schiene deutlich aufzustocken, da nur so der Verfall des Netzes gestoppt werden könne. Sowohl Palla als auch Bernreiter waren sich einig, dass das bayerische Schienennetz seit Langem unter chronischer Unterfinanzierung leidet.
Die Deutsche Bahn wird in den kommenden Tagen ihre endgültige Entscheidung zu möglichen Streichungen bekannt geben. Ausschlaggebend wird sein, wie schnell Fortschritte bei der Infrastrukturmodernisierung erzielt werden können. Ohne zusätzliche Mittel, so die Warnung der Verantwortlichen, könnten sich Verspätungen und Einschränkungen noch jahrelang hinziehen.