Deutsche Bauwirtschaft kämpft mit historisch niedrigem Zementverbrauch und Rezession
Moritz HoffmannDeutsche Bauwirtschaft kämpft mit historisch niedrigem Zementverbrauch und Rezession
Die deutsche Bauwirtschaft steht vor schweren Herausforderungen. Der Zementverbrauch ist auf ein Niveau gesunken, wie es seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr verzeichnet wurde – die Nachfrage liegt derzeit 30 Prozent unter dem Wert von 2020. Branchenvertreter sprechen von einer tiefen Rezession bei den Baustoffen.
Hohe Zinsen und steigende Baukosten haben den privaten Wohnungsbau ausgebremst. Auch öffentliche Infrastrukturprojekte sowie Investitionen in Gewerbe- und Büroimmobilien sind rückläufig. Trotz des Drucks bleibt der Wohnungsbau schwach.
Ein jüngster Anstieg der Baugenehmigungen um etwa 10 Prozent gibt Anlass zu vorsichtigem Optimismus. Allerdings dauert es in der Regel mehrere Monate, bis aus Genehmigungen tatsächliche Bauvorhaben werden. Die Bundesregierung hat Milliarden aus einem Sonderhaushalt bereitgestellt, um die Infrastruktur zu stärken. Diese Mittel sollen in der zweiten Jahreshälfte mehr Bauaktivitäten anstoßen.
Die Branche steckt derzeit in einer Krise, der Zementverbrauch verzeichnet historische Tiefstände. Die staatlichen Fördergelder zielen darauf ab, die Baukonjunktur zu beleben – doch wann eine Erholung einsetzt, bleibt ungewiss. In den kommenden Monaten wird die Industrie genau auf Anzeichen einer Besserung achten.
