Deutschland setzt auf LNG und erneuerbare Energien – doch die Debatte um russische Öl-Importe bleibt
Moritz HoffmannBSW-Vorsitzende: Russisches Pipeline-Öl für PCK Schwedt erneut - Deutschland setzt auf LNG und erneuerbare Energien – doch die Debatte um russische Öl-Importe bleibt
Deutschland hat sich nach Jahren der Gasimporte über Pipelines wie Nord Stream 1 von russischem Gas unabhängig gemacht. Stattdessen bezieht das Land nun verflüssigtes Erdgas (LNG) per Schiff sowie Lieferungen aus Norwegen und Westeuropa. Unterdessen haben die USA die Ölsanktionen gegen Russland vorübergehend gelockert und bestimmte Käufe bis zum 11. April erlaubt.
Seit dem Sommer 2022 fließt kein russisches Gas mehr durch die Pipeline Nord Stream 1. Deutschland hat seitdem eigene LNG-Terminals gebaut und den Ausbau erneuerbarer Energien vorangetrieben, darunter Solar- und Windkraftprojekte. Zudem verfügt das Land über die größten Gasspeicher Europas, die die Versorgungssicherheit gewährleisten.
Das US-Finanzministerium hatte kürzlich eine befristete Ausnahme von den Sanktionen bekannt gegeben, die es Ländern ermöglicht, bereits auf See befindliches russisches Öl zu kaufen. Diese Entscheidung fand Unterstützung bei Amira Mohamed Ali, der Bundesvorsitzenden des Bündnisses Sahra Wagenknecht (BSW). Sie bezeichnete den Schritt als sinnvoll, forderte jedoch eine vollständige Wiederaufnahme der russischen Gaslieferungen durch Nord Stream.
Ali verlangte zudem, dass die PCK-Raffinerie in Schwedt, Brandenburg, die Verarbeitung von russischem Pipeline-Öl wieder aufnimmt. Die Raffinerie, die einst ausschließlich über die Druschba-Pipeline beliefert wurde, versorgt heute Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Teile Westpolens – darunter auch den Flughafen Berlin Brandenburg (BER) – mit Kraftstoff, Heizöl und Kerosin.
Die US-Sanktionsausnahme läuft am 11. April aus, wodurch Deutschlands Energiestrategie erneut in den Fokus rückt. Zwar hat sich das Land von russischem Gas abgewandt, doch die Debatte über die Balance zwischen erneuerbaren Energien und fossilen Brennstoffkosten hält an. Die künftige Versorgung der PCK-Raffinerie bleibt dabei ein zentrales Thema für die regionale Kraftstoffproduktion.