Doppelhaushalt 2027/28: Fünf Milliarden Einsparungen – doch Renten und Ältere zahlen den Preis
Moritz HoffmannDoppelhaushalt 2027/28: Fünf Milliarden Einsparungen – doch Renten und Ältere zahlen den Preis
Die deutsche Bundesregierung hat einen Doppelhaushalt für die Jahre 2027 und 2028 vorgelegt, der Einsparungen von über fünf Milliarden Euro vorsieht. Das Ziel ist es, das Haushaltsdefizit bis 2028 auf unter drei Prozent zu drücken – doch der Plan enthält umstrittene Maßnahmen wie Kürzungen bei den Rentenanpassungen und höhere Abgaben für ältere Arbeitnehmer.
Laut dem neuen Haushalt werden die vollen Inflationsausgleiche bei den Renten vorläufig ausgesetzt. Zudem steigen die Beitragssätze für Arbeitnehmer über 60 um einen Viertelprozentpunkt. Diese Schritte sind Teil umfassender Bemühungen, die öffentlichen Ausgaben zu reduzieren.
Christoph Badelt, Vorsitzender des Stabilitätsrats, bewertete den Haushaltsentwurf mit einer "Zwei oder Drei auf einer Skala bis fünf". Zwar erkannte er die Bandbreite der Maßnahmen an, kritisierte jedoch deren mangelnde Klarheit und langfristige Planung. Statt ältere Arbeitnehmer stärker zu belasten, hätte seiner Meinung nach eine breitere Erhöhung der Unternehmenssteuern gerechter gewesen.
Badelt warnte, dass weitere Sparmaßnahmen wahrscheinlich notwendig sein würden, und schätzte den zusätzlichen Finanzbedarf auf ein bis vier Milliarden Euro. Gleichzeitig bemängelte er, dass zentrale Reformen – etwa im Gesundheitswesen, bei der Rentenalteranpassung oder der Subventionspolitik – im Haushalt fehlen.
Der Etat sieht vor, das Defizit innerhalb von fünf Jahren auf unter drei Prozent zu senken. Experten verweisen jedoch auf Lücken in der langfristigen Strategie und bei der Gerechtigkeit der Verteilung. Um die finanziellen Ziele zu erreichen, könnten weitere Kürzungen oder Einnahmesteigerungen erforderlich werden.






