EU verschärft Kurs im Handel mit China – Abhängigkeiten im Fokus
Die Europäische Union verschärft ihren Kurs in den Handelsbeziehungen zu China. Aktuelle hochrangige Treffen und politische Diskussionen haben die wachsenden Bedenken hinsichtlich wirtschaftlicher Abhängigkeiten deutlich gemacht. Die Führungsspitzen streben nun eine besser abgestimmte Reaktion an, um diese Ungleichgewichte zu beheben.
Ende Mai reiste die deutsche Wirtschaftsministerin Katharina Reiche nach China, um über Handel und Investitionen zu verhandeln. Im Mittelpunkt standen die Zusammenarbeit bei Rohstoffen, Lieferketten und fairer Wettbewerb. Ihr Besuch erfolgte zu einem Zeitpunkt, an dem Deutschland seine Marktinteressen mit den übergeordneten europäischen Verantwortungen in Einklang bringen muss.
Kurz darauf besuchte Ling Ji, Chinas Vizehandelsminister, Brüssel, um Gespräche mit der Europäischen Kommission zu führen. Die Beratungen warfen Fragen zur Verringerung der Abhängigkeiten im EU-China-Handel auf. Die Kommission bezeichnete die aktuelle Handelssituation seitdem als nicht nachhaltig.
Beim EU-Gipfel Mitte Juni erörterten die Staats- und Regierungschefs eine gemeinsame Antwort auf „globale makroökonomische Ungleichgewichte“ – mit China als zentralem Anliegen. Die Europäische Volkspartei (EVP) drängte zudem auf eine entschlossenere Haltung. Gleichzeitig liegt die Stärke der EU in Handelsverhandlungen in ihrer Fähigkeit, den Zugang zum Binnenmarkt an strenge Regeln zu knüpfen, darunter Prüfverfahren, Dokumentationspflichten und Durchsetzungsmechanismen.
Ein weiteres zentrales Thema war die Verwundbarkeit Europas in Bereichen wie Seltenen Erden und Magneten. Chinas dominierende Rolle bei der Verarbeitung dieser Materialien hat sich auf Genehmigungsfristen und die Versorgungssicherheit ausgewirkt.
Die EU geht nun mit festerer Haltung in die Handelsbeziehungen mit China. Im Mittelpunkt der Diskussionen stehen die Reduzierung von Abhängigkeiten und die Durchsetzung strengerer Regeln für den Marktzugang. Diese Schritte zielen darauf ab, wirtschaftliche Ungleichgewichte abzubauen und kritische Lieferketten zu sichern.
