22 March 2026, 02:04

FDP in MV kehrt zum dreigliedrigen Schulsystem zurück – und riskiert den Landtagseinzug

Alte Karte von St. Louis, Missouri, mit detaillierter Darstellung und Textbeschriftungen von Fairbault High School.

FDP will Haupt- und Realschule wieder einführen - FDP in MV kehrt zum dreigliedrigen Schulsystem zurück – und riskiert den Landtagseinzug

Die Freie Demokratische Partei (FDP) in Mecklenburg-Vorpommern hat vor der Landtagswahl am 20. September ihr bildungspolitisches Programm vorgestellt. Die Partei steht vor einer schwierigen Herausforderung, da aktuelle Umfragen sie unter der Fünf-Prozent-Hürde sehen, die für den Wiedereinzug in den Landtag nötig ist.

Auf Bundesebene hat FDP-Bundesvorsitzender Christian Dürr einen mutigen Neuanfang gefordert und die Mitglieder aufgefordert, die Partei als "radikale Alternative zu mehr vom Gleichen" in der deutschen Politik zu präsentieren.

Die bildungspolitischen Vorschläge der FDP markieren eine Abkehr von früheren Positionen. Noch 2002 lehnte die Partei die Einführung der Regionalen Schulen ab und argumentierte, diese senkten das Niveau und beschränkten die Chancen leistungsstarker Schüler. Bis 2021 unterstützte die FDP jedoch deren Ausbau und verwies auf Vorteile wie Chancengleichheit, weniger soziale Spaltung und bessere Bildungschancen im ländlichen Raum. Daten zeigten, dass unter diesem Modell die PISA-Ergebnisse stiegen und die Abschlussquoten zunahmen.

Nun hat die Partei erneut einen Kurswechsel vollzogen. Ihr aktuelles Programm fordert die Rückkehr zum dreigliedrigen Schulsystem mit der Wiedereinführung von Hauptschule und Realschule sowie der Abschaffung der Regionalen Schulen. Zudem spricht sich die FDP für den Erhalt von Förderschulen aus, will aber den konfessionellen Religionsunterricht durch ein neutrales Fach ersetzen, das alle Religionen behandelt.

In der Migrationspolitik schlug Dürr vor, die Zuwanderung von Fachkräften zu erleichtern. Zudem regte er an, zwei Jahre vor der Einschulung verbindliche Sprachstandstests durchzuführen, um sicherzustellen, dass Kinder über ausreichende Deutschkenntnisse verfügen.

Unterdessen stehen interne Parteifragen auf dem Prüfstand. Ein Antrag, der auf dem Bundesparteitag im Mai debattiert werden soll, sieht eine Neuwahl des Bundesvorstands vor. Spitzenkandidat Jakob Schirmer betonte, die Freiheit müsse im Mittelpunkt des FDP-Wahlkampfs bleiben.

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Mit ihrem Bildungsprogramm bricht die FDP bewusst mit der jüngeren Politik und greift ältere Argumente für das gegliederte Schulsystem auf. Angesichts der bevorstehenden Landtagswahl muss die Partei ihre schwachen Umfragewerte überwinden, um wieder in den Landtag einzuziehen.

Auf Bundesebene werden die Debatten über Führung und Migrationspolitik in den kommenden Monaten die Strategie der FDP prägen.

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